Autofreie Straße des 17. Juni. Die Grünen wünschen sich das einmal pro Monat. dpa

Angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und möglicher Auswirkungen auf die Gas- oder Ölversorgung fordern die Berliner Grünen eine umfassende Strategie zum Energiesparen. Als kurzfristig wirksame Maßnahme schlagen sie einen autofreien Sonntag pro Monat vor, wie die Landesvorsitzenden Susanne Mertens und Philmon Ghirmai am Mittwoch mitteilten.

Zu der Liste von Maßnahmen, die die Grünen auf einer Landesdelegiertenversammlung am Samstag beraten wollen, gehören auch verpflichtende Energiesparchecks für alle öffentlichen Gebäude. Nötig seien zudem eine Kampagne und eine kostenlose Erstberatung für Privathaushalte, um diese über Einsparmöglichkeiten zu informieren.

Eher mittel- oder langfristig dürften andere Maßnahmen greifen, die die Grünen fordern. Dazu zählen ein Programm zum Austausch von Gasheizungen hin zu Wärmepumpen, ein Einbaustopp für Gasthermen in Neubauten oder eine raschere Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Energien oder Abwärme. Die Potenziale von Geothermie oder grünem Wasserstoff müssten stärker genutzt werden.

Maut soll ÖPNV-Ausbau finanzieren

Zur Finanzierung des ÖPNV-Ausbaus halten die Grünen eine Maut für sachgerecht, die vor allem Autos mit hohen CO₂-Emissionen betreffe und sozial ausgestaltet werden müsse. Prüfen wollen die Grünen, ob Grundsteuer und Grunderwerbssteuer an die Energieeffizienz von Gebäuden gekoppelt werden können. In dem Fall würde der Eigentümer umso weniger Steuern zahlen, desto besser ein Haus saniert ist.

Die Bundesregierung bereitet sich vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine auf eine Verschlechterung der Gasversorgung vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rief deswegen am Mittwoch die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus. Dies diene der Vorsorge. Die Versorgungssicherheit sei weiterhin gewährleistet. Laut Notfallplan gibt es drei Krisenstufen. Im Notfall wären Haushaltskunden besonders geschützt.

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