Großer Andrang an einer Kasse eines Potsdamer Baumarktes: Unter den Kunden sind auch Berliner. Foto: Koch-Klaucke

Die monatelange Zwangspause ist vorbei. Endlich dürfen wieder in Modeläden oder Elektromärkten die Rollläden hochgezogen werden. Allerdings kommen die Kunden nur mit vorheriger Terminvergabe in die Geschäfte. So wird es am Dienstag auch in Berlin sein. Doch die Berliner konnten schon heute am Feiertag erfahren, wie das neue Shoppen mit dem sogenannten Click an Meet-Prinzip funktioniert. Denn so manche Berliner zog es ins nahe Land Brandenburg, wo der Frauentag ein Arbeitstag ist und viele Geschäfte dank der aktuellen Lockdown-Vorschriften erstmals wieder öffnen durften.

Es war ein ungewohntes Bild, dass sich den Besuchern des Potsdamer Einkaufszentrums Stern-Center schon am Montagvormittag bot. Erstmals waren die Parkplätze wieder voller. Auffällig viele Autos mit Berliner Kennzeichen standen dort. Auch aus Potsdam-Mittelmark oder aus dem Oberhavelland war die Kundschaft bereits am Montagvormittag angereist.

In dem Elektromarkt in einem Potsdamer Einkaufzentrum wird angezeigt, wie viele Kunden nach vorheriger Anmeldung noch in den Verkaufsraum dürfen.  Foto: Koch-Klaucke

Auch im Innern des Einkaufszentrums kehrte wieder das Shopping-Leben zurück. Wochenlang kamen die Besucher nur dort hin, um in dem Selbstbedienungswarenhaus Real größtenteils Lebensmittel einzukaufen. „Nun herrscht hier eine ganz andere Atmosphäre“, sagt Janine Mecker. „Endlich kann ich wieder von einem Laden zum nächsten ziehen, jetzt wo im Center wieder Schuh- und Modegeschäfte geöffnet haben.“ Einziger Nachteil: Kunden kommen nur in die Geschäfte, wenn sie vorab einen Termin gemacht haben.

Etwa in den Spielzeugladen des Zentrums, wo am Eingang Verkäuferinnen Kunden kontrollieren, ob sie angemeldet sind. „Die Termine können auf unserer Internetseite oder telefonisch gemacht werden“, sagt eine Mitarbeiterin. Mit Glück kommt man auch spontan ins Geschäft. Entweder, der Kunde ruft eine Telefonnummer an, die auf einem Zettel am Schaufenster steht. Dort ist auch ein QR-Code abgebildet, mit dem man nur mit dem Smartphone einzuscannen braucht, so eine schnelle Terminvergabe ermöglicht.

Zum Shoppen am Feiertag ging es für so manchen Berliner zum Einkaufen nach Potsdam. Foto: Koch-Klaucke

Manchmal reicht es auch, sich am Eingang bei den Verkäuferinnen anzumelden. „Das Geschäft ist ja nicht so voll, dann kann ein Kunde schnell hinein, wenn wir ihre Kontaktdaten notiert haben“, so die Mitarbeiterin. Etwa eine halbe Stunde ist das Einkaufszeitfenster für die Kunden in diesem Laden offen. Nicht nur Potsdamer zählten zu den ersten Kunden in dem Spielzeugladen, auch Berliner kamen, so die Verkäuferin.

Sich einen neuen Fernseher anschauen, Batterien, Kabel oder eine aktuelle CD kaufen: Auch das ist wieder in den Einkaufszentren möglich. Im Stern-Center Potsdam hat auch der Media-Markt wieder offen, der wie viele Geschäfte kurz vor Weihnachten im Corona-Lockdown schließen musste. Einige Kunden stehen vor dem Eingang, warten auf Einlass. Denn auch in den Media-Markt kommt man nur mit einem telefonischen oder im Internet vereinbarten Termin hinein – eigentlich.

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Doch das Unternehmen sieht es locker. „Man kann sich bei uns auch spontan vor Ort anmelden“, sagt ein Mitarbeiter eines Wachdienstes, der für den Markt den Einlass der Kundschaft kontrolliert, deren Kontaktdaten registriert, bevor sie den Markt betreten können. „80 Kunden können maximal gleichzeitig hinein“, sagt der Mitarbeiter. Eine elektronische Anzeigetafel gibt Auskunft, wie viele Kunden sich gerade in dem Verkaufsraum befinden. Deren Anzahl ist aber am Montag gegen 12 Uhr noch überschaubar. „Wir haben mit einem Ansturm gerechnet, vor allem von Berlinern, die ja frei haben. Doch ab 10 Uhr, als der Markt öffnete, waren nur drei Kunden aus der Hauptstadt da.“

In diesem Schuhladen in Potsdam dürfen Kunden nur mit einem Termin in das Geschäft. Foto: Koch-Klaucke

Anders lief es in den Baumärkten in Potsdam ab. In einer Toom-Filiale im Stadtteil Babelsberg waren schnell alle Parkplätze besetzt, auch mit so manchen Autos von Berlinern. Denn in der Hauptstadt bleiben anders als in Brandenburg die Baumärkte weiterhin laut der Infektionsverordnung des Landes Berlin geschlossen. „Daher nutze ich meinen Feiertagsausflug nach Potsdam auch dafür, um ein paar Bretter zum Ausbessern unserer Gartenlaube zu besorgen“, sagt Gerd Rabonski, der aus dem angrenzenden Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf angereist kam.

Unweit von Toom ist auch im Hellweg-Baumarkt der Andrang groß. Bis zu 200 Kunden dürfen in den Markt, die nicht nur wegen Frühjahrspflanzen für ihre Gärten oder Balkone zum Einkaufen gekommen sind. So mancher hat Werkzeug, Farbeimer oder Kabelschläuche in seinem Wagen. Anders als in den anderen Geschäften, die nun öffnen, ist laut Brandenburger Verordnung das Shoppen in den Baumärkten ohne Terminvergabe erlaubt.