Auf dem Gebiet der DDR gab und gibt es Hunderte Bunker. Vor allem rings um Berlin konzentrieren sich viele dieser meist unterirdischen, bis heute gut getarnten Anlagen. Wer sich einen eigenen Schutzraum in Haus und Hof bauen lassen will, braucht derzeit  Geduld. Stefan Henseke

Der Krieg in der Ukraine löst auch hierzulande Ängste aus. Ein Berliner Anbieter von Schutzräumen, Panzergaragen und Bunkern kann sich vor Anfragen kaum retten, schreibt der Tagesspiegel in einem Bericht.  Die Berliner Firma BSSD, die am Kupfergraben ein Büro unterhält und auch Seminare anbietet, muss demnach derzeit Kunden vertrösten. Die Lieferzeiten für Schutzräume sind  stark gestiegen.

Lesen Sie auch: Heimliche Putin-Geliebte versteckt sich in der Schweiz: 60.000 fordern schon ihren Rauswurf>>

„Das wirkt sich bereits so aus, dass sich die Lieferzeiten gegenüber früher um drei Monate verlängern. Normalerweise steht ein Standardschutzraum sechs bis acht Wochen nach Bestellung beim Kunden, jetzt muss er Monate warten", sagte die Geschäftsführerin  Katrin Piejde der Zeitung. BSSD hatte demnach in den ersten beiden Kriegswochen die Telefonleitung von acht bis 22 Uhr besetzt, pro Stunde liefen an den sechs Telefonen je zehn Anrufe von Kunden und Interessenten ein. Die acht BSSD-Mitarbeiter waren im Dauerstress.

Lesen Sie auch: Irre Theorie: Trieb die Corona-Angst Wladimir Putin in den Krieg? >>

Einige Kunden konnten es gar nicht abwarten überwiesen gleich die Summe für einen Schutzraum. In der Hoffnung, dass Vorkasse die Lieferung beschleunigt.

Lesen Sie auch: Wegen Ukraine-Krieg: Düstere Nachricht zur Grill-Saison! Droht jetzt auch noch der Senf-Engpass?>>

Dabei sind die Panzergaragen und Bunker keine Schnäppchen. Auf der BSSD Internetseite werden Angebote aufgeführt, die zum Nachdenken anregen. Da kann man etwa seinen persönlichen, atomsicheren Schutzraum mit Videoüberwachung ausrüsten. Aber auch mit Tränengas- oder Rauchwerfer als Abschreckungsmaßnahme. Preis auf Anfrage. Ein Bunker von 9,6 Quadratmetern Größe kostet 49.000 Euro – ohne Gasfilteranlage. Eine Panzergarage schlägt mit 190.000 Euro zu Buche. Ballistische Schutzwesten gibt es ab 700 Euro.

100 Filteranlagen, sagte Katrin Piejde in dem Bericht, werde ihre Firma im Jahr 2022 wohl verkaufen. „Normal sind es jährlich nur 30 bis 50.“ Andere Artikel sind sogar ausverkauft: Der tragbare Solargenerator für 2000 Euro ist im Moment nicht verfügbar. Auch der Link zum Shop mit den haltbaren Lebensmitteln scheint nicht mehr zu funktionieren.

Das Geschäft mit dem Schutz gegen die Angst dürfte weiter florieren, mindestens so lange der Krieg weiter präsent bleibt.