Der Corona-Piks dpa/Jan Woitas

Monate an Überzeugungsarbeit haben offenbar nichts gebracht: Ein Teil der Bevölkerung verweigert nach wie vor die Impfung, auch Fußballstar Joshua Kimmich hat „Bedenken“, ob der Piks nicht doch ungeahnte Langzeitfolgen haben könnte. Unfug, antworten Experten. Nun wird der Ruf nach einer Impfpflicht immer lauter. Die Forderung kam aus den stark betroffenen Landkreisen, doch auch Berlin ist wieder stark von steigenden Corona-Zahlen betroffen. Nun prescht der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Martin Hikel, vor: Er will eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern, Schulen und Kitas.

Eine generelle Impfpflicht werde nur sehr schwer umzusetzen sein, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im RBB-Inforadio. Deshalb sei noch mehr Aufklärung nötig. „Auf der anderen Seite müssen wir in einzelnen Berufsgruppen darüber sprechen, ob man nicht den Druck ein Stück weit erhöht“, sagte Hikel. „Natürlich ist es fahrlässig, wenn Menschen, die in Krankenhäusern arbeiten, nicht eine Verpflichtung haben, sich impfen zu lassen.“

Impfpflicht soll in Krankenhäusern, Schulen, Kitas gelten

Das gelte von der Reinigungskraft bis zum Chefarzt. „Quasi sämtliche Menschen, die in den Krankenhäusern arbeiten, sollten aus meiner Sicht geimpft sein, um den Virus nicht weiterzutragen“, so der Bezirksbürgermeister. „Ähnliches gilt natürlich auch für Menschen, die im pädagogischen Bereich arbeiten, in Schulen, in Kitas, Erzieherinnen, Lehrkräfte“, betonte Hikel.

In Berlin ist die 7-Tage-Inzidenz zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag lag sie nach den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts bei 129,4. In Neukölln ist der Wert, der angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in sieben Tagen mit dem Virus angesteckt haben, mit 154,2 sogar noch deutlich höher.