Ein Blick in die neue „Welcome Hall Land Berlin“ für geflüchtete Menschen aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof. Für die bessere Betreuung der Menschen wurde ein rund um die Uhr geöffnetes und beheiztes Zelt errichtet. AP/dpa/Michael Sohn

Der Senat geht davon aus, dass weiterhin täglich Tausende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach Berlin kommen. Wie schon am Sonntag kamen auch am Montag nach Senatsangaben mehr als 13.000 Menschen nach Berlin. „Wir gehen davon aus, dass die hohen Zahlen anhalten“, sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag.

Bessere Betreuung für Kriegsflüchtlinge am Hauptbahnhof

Ab Mittwoch sollen die Kriegsflüchtlinge nach ihrer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof besser betreut werden und zwar in einem rund um die Uhr geöffneten beheizten Zelt, der „Welcome Hall Land Berlin“. Als weiteren Schritt will Berlin den Flughafen Tegel als Ankunftszentrum für die Flüchtlinge aus der Ukraine nutzen.

In dem früheren Flughafengebäude sollen nach Angaben von Giffey Strukturen geschaffen werden, um möglichst viele Menschen unterzubringen. Neben Schlafplätzen sei dort eine medizinische Erstversorgung ebenso geplant wie eine Beratung etwa zu aufenthaltsrechtlichen und beruflichen Fragen. Laut Giffey soll das ehemalige Flughafenhotel, das leer steht, als erstes genutzt werden. Möglich sei aber auch, dass in größeren Räumen Betten aufgestellt werden müssten.

Das Ankunftszentrum Reinickendorf reicht nicht mehr aus.

Wann Tegel als Ankunftszentrum genutzt werden kann, war zunächst noch unklar. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, sagte die SPD-Politikerin. Derzeit liefen noch Gespräche mit Hilfsorganisationen zur Organisation. Bislang werden die Flüchtlinge, die eine Unterkunft brauchen, in der Regel zum Ankunftszentrum in Reinickendorf gebracht. Die Kapazität dort reicht jedoch bei weitem nicht aus, um die aktuellen Herausforderungen bewältigen zu können.

„Es ist eine absolute Ausnahmesituation“, sagte Giffey. Eine vergleichbare Flüchtlingsbewegung in dieser Größenordnung und Schnelligkeit habe die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht erlebt. Anlass, einen offiziellen Ausnahmezustand in der Hauptstadt ausrufen, sieht die Regierende Bürgermeisterin aber nicht.

Berlin erfahre viel Unterstützung von anderen Bundesländern und Städten - und inzwischen auch vom Bund. „Unser Entschluss ist ganz klar: Wir konzentrieren uns auf das, was wir als Stadt bewegen können, als Stadt gemeinsam stemmen können.“

Am Berliner Hauptbahnhof wird ab Mittwoch ein beheiztes 600 Quadratmeter großes Zelt die bislang provisorische Situation im Bahnhofsgebäude ersetzen. Die „Welcome Hall Land Berlin“ auf dem Washingtonplatz soll nach Angaben von Kipping täglich rund um die Uhr geöffnet sein. Laut Stadtmission haben dort 400 Menschen gleichzeitig Platz. Das Zelt sei nicht zum Übernachten gedacht, sondern zum Verschnaufen nach der Ankunft und um erste Informationen zu erhalten, erläuterte Kipping.