Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) kündigte an, Berlin wolle bei der Firma Berlin-Chemie in Adlershof eine eigene Impfstoff-Produktion aufbauen.  Doch das Unternehmen erklärte, dies sei nicht geplant.  Fotos: dpa/Fabian Sommer, dpa/Paul Zinken

Große Verwirrung um eine Ankündigung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Berliner Abgeordnetenhaus: In Zusammenarbeit mit dem privaten Pharmaunternehmen Berlin-Chemie wolle Berlin eine eigene Impfstoffproduktion aufbauen. „Berlin steht bereit, auch was die Impfstoffproduktion angeht, mitzuhelfen“, sagte die Senatorin am Donnerstag im Berliner Parlament.  Die Gesundheitsverwaltung befinde sich diesbezüglich in Gesprächen mit Berlin-Chemie.

Das Unternehmen stellte aber am Abend klar, dass dies nicht geplant sei.  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sah sich offenbar zu einer Klarstellung aufgefordert und sagte, es gehe nach seinen Erkenntnissen um die Abfüllung von Impfstoff. 

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Das Unternehmen mit italienischen Eigentümern sei bereit, in Berlin eine eigene Impfstoffproduktion aufzubauen, sagte Kalayci. Demnach stehen die nötigen Ressourcen zur Verfügung, „um eine Impfstoffproduktion aufzubauen und schnell auszubauen“. Laut Gesundheitssenatorin verfügt das Unternehmen sowohl über eine geeignete Produktionshalle als auch über das nötige Personal für die Herstellung von Impfstoff.

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Derzeit werde in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung geprüft, wo es welche Kapazitäten zur Impfstoffproduktion gibt. „Wir können sagen, in Berlin hätten wir diese Kapazitäten“, so Kalayci.

Die Pharmafirma Berlin-Chemie machte unterdessen deutlich, dass sie keine Produktion von Corona-Impfstoffen in Berlin plant. „Die Technologie, über die das Unternehmen verfügt, ist für die Produktion von Impfstoffen nicht geeignet“, teilte die Firma schriftlich mit.  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte dem RBB dazu: „Meine Erkenntnisse sind, dass es nicht um Impfstoffproduktion, sondern um die Abfüllung von Impfstoffen geht.“