Ab S-Bahnhof Hermannstraße wurde mit einer Demo an den Anschlag in Hanau vor einem Jahr erinnert. Foto: Sabine Gudath

Tausende Menschen haben bei einer Demonstration in Berlin an die Opfer des rassistisch motivierten Anschlags im hessischen Hanau vor einem Jahr erinnert. Bis zum Nachmittag versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 4000 Teilnehmer im Stadtteil Neukölln, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben.

Die Demonstranten hielten Schilder und Fotos mit den Namen der neun Getöteten in die Luft. „Hanau war kein Einzelfall“ stand auf Plakaten. Im Laufe des Nachmittags stießen immer mehr Demonstranten dazu. Angemeldet waren ursprünglich 900 Teilnehmer. Laut Polizei blieb die Lage zunächst ruhig und entspannt.

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Auch in Hanau verliefen die Gedenkveranstaltungen nach Polizeiangaben ruhig und friedlich. Die Polizei habe nicht einschreiten müssen, sagte ein Sprecher am Samstag. Am späten Freitagabend hatten Dutzende Menschen an den damaligen Tatorten in Hanau an die neun Opfer erinnert. In stillem Gedenken versammelten sie sich genau zu den Uhrzeiten, als der Attentäter am 19. Februar 2020 die Schüsse in der Innenstadt und kurz darauf im Stadtteil Kesselstadt abgegeben hatte.

Gedenktafeln am Tatort

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) kam zu dem Tatort in der Hanauer Innenstadt und zündete an einer Gedenktafel mit Bildern der Toten eine Kerze an. Zuvor war in einer Veranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) der Toten gedacht worden.

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Die Tat hatte nicht nur in Deutschland großes Entsetzen ausgelöst. Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter tötete und anschließend sich selbst. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Die „Initiative 19. Februar Hanau“ spricht unter anderem von einem „Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat.“