Berlin: Einsatzkräfte der Polizei stehen vor dem Eingang zum Sommerbad Pankow. Nach „aggressiven Stimmungen“ hat die Schwimmbadleitung die Polizei gebeten, das Freibad zu räumen (Archivfoto). dpa/Jörg Carstensen

Massenschlägerei im Freibad, mit 100 Beteiligten, da denkt man gleich an Kreuzberg oder Wedding. Aber dieses Mal knallte es ausgerechnet im bürgerlichen Berlin-Steglitz. Und der Grund für den Streit ist kaum zu glauben.

Gegenseitiges Bespritzen mit Wasserpistolen hat in einem Berliner Freibad zu einem heftigen Streit und schließlich zu einer Massenschlägerei von etwa einhundert Menschen geführt. Die Polizei rückte am Sonntag mit 13 Streifenwagen und Teilen einer Einsatzhundertschaft am Sommerbad am Insulaner an, um die Lage zu beruhigen.

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Die Massenschlägerei fand ausgerechnet an dem Tag statt, für den das Sommerbad zur „Kid’s Pool Party“ eingeladen hatte!

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen sich in dem Freibad im Stadtteil Berlin-Steglitz gegen 16.25 Uhr zwei Gruppen aus vier und zehn Personen mit Wasserpistolen bespritzt haben. Erst gab es Wortwechsel, die immer feuriger wurden. Dann entbrannte ein Streit und Teilnehmer griffen sich auch körperlich an.

Als Wachleute, die in Berlin in den meisten Bädern üblich sind, eingriffen, eskalierte die Situation. Schließlich beteiligten sich rund hundert Menschen an der Schlägerei. Das hat es in Berlin-Steglitz so auch noch nicht gegeben.

In Berliner Bädern kommt es öfter zu Massenschlägereien

Die Polizei ermittelte vier Verdächtige im Alter zwischen 15 und 23 Jahren. Gegen sie läuft nun ein Verfahren wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Einer von ihnen soll auch auf einen Wachmann eingeschlagen haben.

Der Angegriffene erlitt leichte Verletzungen an Kopf und Rumpf. Ein weiterer Verdächtiger sagte, er sei mit einem Messer angegriffen worden, seine Verletzungen am Arm wurden vor Ort behandelt.

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Schlägereien in Berliner Frei- und Sommerbädern kommen immer wieder vor. Meist ist die drangvolle Enge ein Auslöser für  Streitigkeiten. Nicht selten ziehen auch gewaltbereite Jugendgangs über die Wiesen, um Badegäste gezielt zu terrorisieren. In manchen Berliner Bädern gab es deswegen in den vergangenen Jahren Eingangs- und Taschenkontrollen.