So soll der „Nordkopf“ des Krankenhauses Neukölln nach Fertigstellung aussehen. Heinle, Wischer und Partner – freie Architekten

Das baulich teilweise sehr leidende Vivantes-Klinikum Neukölln gesundet allmählich: Am Mittwoch war Richtfest für den Erweiterungsbau Haus 50 oder „Nordkopf“, der an das Hauptgebäude anschließt – und das sogar, für Berlin ungewöhnlich, „termingerecht“. Ehe die Erweiterung in Betrieb geht, wird es allerdings noch weitere zwei Jahre Bauzeit brauchen.

Denn jetzt folgt die Feinarbeit, die aus dem achtgeschossigen Rohbau ein Klinikgebäude macht: 2024 sollen schließlich 240 Pflege-und 28 Intensivbetten im Gebäude Platz finden. Eine erweiterte Rettungsstelle für Kinder und Erwachsene mit Schockraum und Einzelbehandlungsräumen soll endlich dem hohen Bedarf Rechnung tragen: Mit über 25.000 Anfahrten der Feuerwehr war sie nach den letzten Zahlen die am meisten in  Anspruch genommene.

Lesen Sie auch: Berlin baut ein Krankenhaus, Putin lässt eines zerbomben >>

Sie soll nicht nur von Rettungswagen angesteuert werden können, sondern nah am Hubschrauber-Landeplatz sein: Der kommt aufs Dach. Der bisherige wäre aus Sicherheitsgründen nicht mehr genehmigungsfähig.

16 Operationssäle sind vorgesehen, einer mit einem besonderen Magnetresonanztomographen (MRT): Mit seiner Hilfe können die Chirurgen sehen, wo sie bei schwierigen Eingriffen am und im Kopf mit ihren Instrumenten sind.

Versprochen sind schließlich eine Radiologie sowie endoskopische und kardiologische Diagnoseeinrichtungen.

Mit den ersten 226 Millionen Euro ist es im Klinikum Neukölln nicht getan

Das alles wird nach jetziger Planung 226 Millionen Euro kosten. Die Landeskasse zahlt 164 Millionen, den Rest muss das landeseigene Krankenhausunternehmen Vivantes stemmen.

Anschließend müssen weiter hohe Millionenbeträge fließen, Vivantes-Chef Johannes Dankert verpackte das alles in diesen Satz: „Der erste Teil unseres Neubaus symbolisiert für Vivantes den Aufbruch in eine Dekade der Investitionen.“

Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) erzählte beim Richtfest am Krankenhaus Neukölln: Hier habe ich meinen Sohn zur Welt gebracht. Vivantes

Nach Inbetriebnahme des Erweiterungsneubaus, so teilte Vivantes mit, werde das marode Hauptgebäude, das keine 40 Jahre alt ist, abschnittsweise saniert. Danach werden an dessen südlichen Ende eine neue Zentralsterilisation und eine Klinikapotheke eingerichtet. Sie sollen das Klinikum Neukölln und andere Standorte des Konzerns versorgen. Auch ein Präsenzlabor ist geplant.

Die Regierende Bürgermeisterin enthüllte ein kleines Geheimnis

Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nutzte die Veranstaltung, Vivantes zu danken: Am Nachmittag sei ein zweiter Sattelzug mit medizinischen Hilfsgütern in Richtung Ukraine abgegangen, auf Bitten des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko. Vor einer Woche war ein erster Lkw losgeschickt worden.

Bei der Gelegenheit gab sie zum Besten, dass sie ein besonderes Verhältnis zum Klinikum Neukölln hat: „Ich hab hier vor fast 13 Jahren meinen Sohn zur Welt gebracht.“