Die ersten Maschinen sind da, der Flughafen BER ist eröffnet.
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14 Jahre nach dem ersten Spatenstich war es soweit. Auf dem Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, hat am Sonnabend der Betrieb begonnen. Am frühen Nachmittag landeten erstmals Flugzeuge auf dem neuen Airport der Hauptstadt-Region. Den Anfang machte im 14.01 Uhr ein Sonderflug der Easyjet, gefolgt von einer Maschine der Lufthansa, die ebenfalls geladene Gäste zur Eröffnung brachte. Ursprünglich sollten sie zur gleichen Zeit parallel auf der Nord- und der neuen Südbahn landen. Wegen der Witterungsverhältnisse wurde aber entschieden, die Flugzeuge nacheinander auf der Nordbahn des BER aufsetzen zu lassen. „Wegen der schlechten Sicht ist keine Parallellandung möglich“, sagte Easyjet-Kapitän Thomas Wilpert.

Der Easyjet-Flug EJU 3110 hatte keine weite Strecke hinter sich. Das Flugzeug mit der Registrierungsnummer G-UZHF war in Tegel gestartet. Nachdem die Löschzüge 03 und 18 der Flughafen-Feuerwehr sie Maschine mit einer Fontäne  verabschiedet hatten, hob sie um 12.59 Uhr von der Startbahn 26L ab. Mit rund 70 geladenen Gästen war das Flugzeug wegen Corona nur zu einem Drittel ausgelastet. „Dies ist ein notwendiger Flug“, sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren. Beim Umzug von Tegel und Schönefeld müssen die 34 Flugzeuge, die Easyjet in Berlin stationiert hat, zu ihrem neuen Standort BER gebracht werden. Von Dezember an wird die Berliner Flotte nur noch aus 18 Maschinen bestehen. Bei der britischen Airline, die im vergangenen Jahr zwölf Millionen Fluggäste von und nach Berlin beförderte, ist die Zahl der Passagiere auf 25 Prozent gesunken

Coronabedingt nur eine kleine Feier

Der Lufthansa-Flug 2020 war länger unterwegs: Die Maschine namens „Neubrandenburg“ kam aus München, ebenfalls mit geladenen Gästen an Bord. „Hauptstadtflieger“ stand auf dem Flugzeug mit der Registrierung D-AINZ. In beiden Fällen handelte es sich um einen Airbus A320 neo, der zu den modernsten Fluggeräten gehört, die es derzeit gibt. Die Flugnummern beider Flüge 3110 und 2020 ergeben das Datum des Eröffnungstages.

Peter Etzrodt ist der Kapitän des Sonderflugs aus München. Der 55-Jährige Brandenburger, der in Werder/Havel lebt, ist seit 1996 bei der Lufthansa. Schon mit 14 Jahren ging Etzrodt in die Luft – damals mit Segelflugzeugen auf dem Flugplatz Rhinow/Stölln im Havelland. Er wollte schon früh Pilot werden. Doch weil seine damalige Freundin eine Oma im Westen hatte, konnte Etzrodt seinen Traum zu DDR-Zeiten nicht verwirklichen.

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Die beiden Sonderflüge trafen rechtzeitig zum Eröffnungsevent im BER-Terminal 1 ein. Zur offiziellen Eröffnung kamen Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke (ebenfalls SPD). Coronabedingt fiel die Feier noch kleiner aus als ohnehin geplant. Zuvor hatte am Sonnabendmorgen der Regional- und Fernzugverkehr zum BER begonnen. Bereits  seit dem 26. Oktober ist der unterirdische Flughafenbahnhof per S-Bahn erreichbar.

Finanzielle Turbulenzen

Der feierliche erste Spatenstich für den neuen Schönefelder Flughafen liegt mehr als 14 Jahre zurück. Mit immer neuen Umplanungen, Verzögerungen, Technikpannen und Kostensteigerungen machte das Projekt jahrelang Negativschlagzeilen. Die Investitionen summierten sich auf mehr als sechs Milliarden Euro. Die Pandemie bringt den BER in weitere finanzielle Turbulenzen, von denen niemand weiß, wie lange sie andauern.

Doch jetzt beginnt erst einmal der Betrieb. Die erste kommerzielle Landung wird für diesen Sonnabend, 20.05 Uhr, erwartet. Dann soll der Easyjet-Linienflug EJU 5924 aus Fuerteventura am BER eintreffen. Der erste kommerzielle Start ist für Sonntag, 6.45 Uhr, geplant. Easyjet-Deutschland-Chef Stephan Erler und Flughafenchef Lütke Dakdrup wollen den Easyjet-Flug EJU 8210 nach London-Gatwick verabschieden.