Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ließ eine Beschwerdestelle einrichten, bei der Berliner unseriöse Teststellen melden können. Foto: dpa/Annette Riedl

Bei den Corona-Schnelltests läuft auch in Berlin manches falsch, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Abgeordnetenhaus, etliche windige Teststationen wurden inzwischen geschlossen. Um noch mehr ungeeignete Teststellen zu finden, die sich nicht an Hygieneregeln halten, schlecht testen oder Arbeitsvorschriften missachten, wurde jetzt eine Beschwerdestelle eingerichtet. Bürger können per Mail (testtogo-beschwerde@sengpg.berlin.de) ihre Beobachtungen melden. Gegebenenfalls würden dann die Ermittlungsbehörden informiert.

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Die Teststrategie hat die Senatorin aber ausdrücklich verteidigt. Es sei richtig gewesen, Teststellen zügig einzurichten: „Wir haben heute 1600 Teststellen. Wir haben ein Angebot von über 5,2 Millionen Testmöglichkeiten pro Woche.“ Bisher habe es mehr als 6,9 Millionen Testungen gegeben. Dabei seien rund 45.000 positive Fälle entdeckt worden.

Zu den Problemfällen sagte Kalayci, es gebe in allen Branchen schwarze Schafe. „Leider ist das auch bei den Teststellen so. Es ist unsere Aufgabe, diese Teststellen zu identifizieren und ihnen das Handwerk zu legen.“ Bislang habe man 89 Fälle in Bearbeitung. Dabei gehe es zum Teil um Beschwerden über falsche Telefonnummern oder falsche Angaben zu Öffnungszeiten. „Aber es sind auch schwerwiegende Fälle dabei.“

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Die Gesundheitsverwaltung arbeite  mit den Gesundheitsämtern, den Ordnungsämtern, der Polizei und dem Zoll zusammen. Es gebe Teams, die rausgingen, wenn es bei Teststellen Anzeichen für Verstöße gebe, sagte die Senatorin. Wenn sich das bestätige, sei es auch möglich, die Zertifizierung wieder zurückzunehmen.