Zum Warnstreik hat Verdi auch in der neuen Woche in Berlin aufgerufen.
Zum Warnstreik hat Verdi auch in der neuen Woche in Berlin aufgerufen. dpa/Paul Zinken

Im Kampf um mehr Löhne macht die Gewerkschaft Verdi jetzt ordentlich Druck. Berlin ist nun in der kommenden Woche richtig im Streikmodus. Am Montag wird per Warnstreik der Hauptstadtflughafen BER lahmgelegt, Dienstag und Mittwoch sind erneut die Krankenhäuser dran und OPs fallen aus. Einzig bei der BSR soll es wieder richtig rollen. „Für die kommende  Woche können wir Entwarnung geben, es wird keine Aktionen geben“, sagt Verdi-Fachbereichsleiter Marcus Borck dem KURIER.

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Nach dem Streik des Bodenpersonals am Jahresanfang sind nun die BER-Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich dran. Etwa 300 Frauen und Männer sind aufgerufen, am Montag in den frühen Morgenstunden ihre Arbeit unter anderem in der Fluggastkontrolle niederzulegen. Ihr Warnstreik soll bis in die späten Nachtstunden dauern.

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Die Gewerkschaft fordert für die Luftsicherheitsbeschäftigten eine angemessene Bezahlung für Arbeiten zu ungünstigen Uhrzeiten. Die Zuschläge seien seit 2006 nicht mehr verbessert worden, seit 2013 werde über eine Erhöhung immer wieder verhandelt, betont Verdi.

Die Geschäftsleitung des Hauptstadtflughafens hat bereits auf die Warnstreikankündigung reagiert. Am BER wurden rund 200 Abflüge für Montag gestrichen. Betroffen sind etwa 27.000 Passagiere.

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Mit dem Arbeitskampf im öffentlichen Dienst geht es in Berlin ebenfalls weiter. Wie in der Vorwoche sollen am 14. und 15. März wieder Teile der landeseigenen Kliniken bestreikt werden. Verdi hat die Beschäftigten von Charité, Vivantes, den Vivantes Tochterunternehmen und dem Jüdischen Krankenhaus aufgerufen, an diesen Tagen nicht ihre Arbeit anzutreten.

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Schon im Januar legten Beschäftigte im BER-Terminal die Arbeit nieder und marschierten zur Kundgebung.
dpa/Christoph Soeder

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Wieder Streiks in Berlin: Klinik-Stationen bleiben komplett zu

An den Warnstreiktagen wird in den Krankenhäusern nur ein Notbetrieb sichergestellt, sodass Notfälle behandelt und nicht verschiebbare Operationen durchgeführt werden können, teilt Verdi mit. Die Krankenhausbetreiber seien frühzeitig von der Gewerkschaft aufgefordert worden, verschiebbare Behandlungen und Operationen frühzeitig abzusagen.

Bleiben die Müllcontainer weiter voll. Obwohl bei der BSR nur zwei Tage Warnstreik angesagt waren, kam die Müllabfuhr in manchen Gegenden eine Woche lang nicht.&nbsp;
Bleiben die Müllcontainer weiter voll. Obwohl bei der BSR nur zwei Tage Warnstreik angesagt waren, kam die Müllabfuhr in manchen Gegenden eine Woche lang nicht.  Mona Wenisch/dpa

„Bei allen drei Krankenhausträgern gibt es Stationen, auf denen die Streikbereitschaft so hoch ist, dass die Stationen komplett geschlossen werden müssen“, sagt die Verdi-Gesundheitswesenexpertin Gisela Neunhöffer. 10,5 Prozent mehr Lohn – mindestens einen Zuschlag von 500 Euro werden gefordert. „Die Beschäftigten im Gesundheitswesen wurden in der Pandemie beklatscht und bejubelt. Zum Dank dafür soll ihnen der Lohn gekürzt werden können, wenn es einem Krankenhaus wirtschaftlich schlecht geht. Das ist respektlos, und das lassen sich die Beschäftigten nicht gefallen“, sagt Neunhöffer.

Es könne nicht sein, dass auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde, was bei der Finanzierung des Gesundheitswesens schieflaufe. Dies wolle man auch bei der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes zur Sprache bringen, die vom 27. bis 29. März stattfinden soll.

Charité-Mitarbeiter hatten bereits am 6. und 7. März die Arbeit niedergelegt. Auch in der neuen Woche kommt es an der Charité wieder zu Warnstreiks.&nbsp;
Charité-Mitarbeiter hatten bereits am 6. und 7. März die Arbeit niedergelegt. Auch in der neuen Woche kommt es an der Charité wieder zu Warnstreiks.  dpa/Fabian Sommer

Keine Streiks bei der BSR: Jetzt beginnt das große Tonnenleeren

Verdi wolle den Druck auf die Arbeitgeber von Bund und Kommunen kräftig erhöhen. Kein Wunder, dass in Berlin  die Warnstreiks bei der BSR länger liefen als offiziell angekündigt. Seit vergangenem Montag sind die Mitarbeiter vollständig beziehungsweise teilweise in einigen Betriebsteilen im Arbeitskampf. Eigentlich sollte die Müllabfuhr nach den Streiktagen und dem Feiertag wieder ab vergangenen Donnerstag im Einsatz sein. Doch Verdi legte noch einmal eine Schippe rauf.

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So war die BSR-Müllabfuhr auch am Freitag und Sonnabend nicht überall in Berlin unterwegs, um den liegengebliebenen Abfall abzuholen. Daher gab es Befürchtungen, dass auch in der neuen Wochen viele Tonnen weiter überquellen werden, weil es zu spontanen Arbeitskampf-Aktionen bei der BSR kommen könnte.

Doch nun beginnt das große Aufräumen. Vorerst in dieser Woche werde es keine Warnstreiks bei der BSR geben, so der Gewerkschafter Marcus Borck. „Der angestaute Müll werde nun abgeholt“, verspricht er. „Das wird für die Kollegen ein Mehraufwand bedeuten, damit alles wieder in normalen Bahnen läuft.“