Die Lichter am Bundeskanzleramt gehen nicht aus.
Die Lichter am Bundeskanzleramt gehen nicht aus. dpa/Christoph Soeder

Der Kölner Dom bleibt nachts dunkel, das Brandenburger Tor ebenso...  

In Deutschland wird nachts per Energieeinsparverordnung Strom gespart. Städte und Gemeinden sind seit dem 1. September verpflichtet, auf die Beleuchtung ihrer Sehenswürdigkeiten zu verzichten. Viele Kommunen dimmen darüber hinaus sogar freiwillig ihre Straßenbeleuchtung oder schalten sie für einige Stunden in der Nacht vollständig aus. Auch Werbebeleuchtung darf nur noch bis 22 Uhr im gewohnten Glanz erstrahlen.

Deutschland ist dunkler geworden. Das gilt überall. Also fast überall... 

Lesen Sie auch: Herbst-Ratgeber: Wer muss das Laub eigentlich wegräumen? Und gilt das auch für die Blätter vom Nachbarn? >>

Kaum zu erkennen: Das Brandenburger Tor bleibt nachts dunkel.
Kaum zu erkennen: Das Brandenburger Tor bleibt nachts dunkel. Imago/Christian Ender

Lesen Sie auch: Galeria-Insolvenz: Verelenden jetzt ganze Innenstadtbereiche? >>

Lichter im Kanzleramt leuchten weiter

Den Passanten fällt seit längerem auf: Trotz Energiekrise gehen die Lichter im Bundeskanzleramt nicht vollständig aus. Das sorgt inzwischen für offene Kritik.

Aus Gründen der Sicherheit, insbesondere auch der Verkehrssicherheit, könne die Außenbeleuchtung nicht vollständig abgeschaltet werden, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa auf Nachfrage. Die Außen- und Innenbeleuchtung werde aber in den Nachtstunden zumindest reduziert.

„Mit gutem Beispiel vorangehen“

Oppositionspolitiker halten das für vorgeschoben. „Haben die wirklich Angst, dass ein Pkw-Fahrer das Bundeskanzleramt übersieht und da reinfährt? Das müsste man mir zumindest mal ernsthaft erläutern“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Christian Leye, der „Welt am Sonntag“. Das Ganze schmecke nach Doppelstandards. Kritik kam auch aus der Union. „Es gehört dazu, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen“, sagte der CDU-Abgeordnete Carsten Müller der Zeitung.

Natürlich macht das Kanzleramt mit Licht mehr her. Aber das darf keine Rolle spielen. Denn wie heißt es doch in den von der Bundesregierung beschlossenen Energiespar-Vorgaben: Die Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden und Denkmälern aus ästhetischen oder repräsentativen Gründen muss ausgeschaltet werden.