Bis Silvester ist noch etwas Zeit - doch die Debatten über Böllerverbote laufen.
Bis Silvester ist noch etwas Zeit - doch die Debatten über Böllerverbote laufen. imago/Wolfgag Maria Weber

Noch knapp sieben Wochen, dann rutscht auch Berlin in ein neues Jahr. Und schon jetzt wird eifrig diskutiert: Brauchen wir auch in diesem Jahr ein Böller-Verbot? Für Berlin wurde das Thema jetzt auch im Innenausschuss diskutiert – und Polizeipräsidentin Barbara Slowik äußerte sich.

Böller-Verbot in Berlin: Das sagt die Polizeipräsidentin

Für die Berliner Polizei sei es „natürlich schwierig, innerhalb des S-Bahnrings ein Böllerverbot durchzusetzen“, so Slovik. „Das ist ein großes Problem, das konsequent durchzusetzen, zumal wir nur in geringem Umfang Unterstützungskräfte zu Silvester gewinnen können, da Bund wie Länder alle selbst eingebunden sind. Damit müssen wir immer umgehen.“

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In jedem Fall sei es nicht möglich, ein flächendeckendes Verbot zu erlassen. Denn: Für das Sprengstoffrecht sei die Bundesregierung zuständig, erklärte Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD). Man könne deshalb nur über verschiedene Verbotszonen nachdenken, wie es sie auch in der Vergangenheit bereits gab.

Böller sind in der Silvesternacht beliebt - aber nur Knallkörper, die für den deutschen Markt geprüft und zugelassen wurden, sind wirklich sicher.
Böller sind in der Silvesternacht beliebt - aber nur Knallkörper, die für den deutschen Markt geprüft und zugelassen wurden, sind wirklich sicher. dpa/Tobias Kleinschmidt

Nach aktuellem Stand sind in Berlin drei Verbotszonen geplant: Dabei gehe es wie in den vergangenen Jahren um den Alexanderplatz und den sogenannten Steinmetzkiez in Schöneberg nahe der Pallasstraße. Außerdem soll das Feuerwerk auch in einigen Straßen in Alt-Moabit untersagt werden. In der Corona-Pandemie war außerdem der Verkauf von Feuerwerksartikeln untersagt – das solle in diesem Jahr nicht passieren, heißt es.

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Und warum die Verbotszonen? An bestimmten Plätzen versammelten sich in früheren Silvesternächten häufig Gruppen junger Männer, die mit Feuerwerksraketen durch die Gegend schossen, Böller zündeten und auch mit Flaschenwürfen Polizisten und Feuerwehrleute angriffen. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. „Die endgültige Entscheidung zur Einrichtung polizeilicher Pyrotechnikverbotszonen erfolgt voraussichtlich im Dezember“, hieß es vom Senat.

Polizeigewerkschaft forderte Böller-Verbot im S-Bahn-Ring

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte bereits ein Feuerwerksverbot im kompletten S-Bahn-Ring gefordert. Andere – etwa die Berliner Grünen – fordern ein Pyro-Verbot in ganz Deutschland. Auch mit Petitionen versuchen Feuerwerksgegner immer wieder, gegen Böller und Raketen vorzugehen.

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So heißt es in eine Petition, die sich um ein Feuerwerksverbot in Berlin dreht: „Böller und andere Pyrotechnik kommen nicht nur von unten, sondern schlichtweg von überall. Unachtsam -und teils auch absichtlich- aus dem Fenster geworfenen Knaller, Raketen von links und rechts.“ Mit dem fröhlichen Feiern habe das nichts mehr zu tun. „Es geht um höher, lauter, explosiver, teurer. Abgetrennte Finger, brennende Balkone, entlaufene Tiere und Müll, Müll, Müll.“