Beelitz: Spargelkönigin Gina-Luise Schrey (Mi.) sticht zum offiziellen Saisonstart auf dem Josef Jakobs Spargel Hof den ersten Beelitzer Spargel. Neben ihr stehen Landwirt Josef Jakobs und die Spargelfrauen.  Foto: Soeren Stache/dpa

Mit gehörigen Abstand und ohne großen Pomp: Ungewohnt bescheiden ist am Dienstag die Beelitzer Spargelsaison in Brandenburg eröffnet worden. Statt großem Volksfesttrubel wie in den Vorjahren wurde der offiziell erste Spargel der Saison eher leise auf einem Spargelhof in Schäpe (Potsdam-Mittelmark) begrüßt.

Die Spargelbauern stechen jedoch bereits seit Tagen das bei dem schönen Wetter gut heranwachsende Königsgemüse. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die neue Spargelkönigin Gina-Luise Schrey. Die 20-Jährige wird bis zur nächsten Saison für die Region werben. Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen strikte Abstandsregelungen eingehalten werden, sowohl bei der Feldarbeit, als auch an den Verkaufsständen.

Die Ernte sei in dieser Saison angesichts der Pandemie eine große Herausforderung, vor allem wegen der noch fehlenden Erntehelfer aus Rumänien, sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Vereins Beelitzer Spargel. Ihnen sei der Landweg wegen Einreisebeschränkungen versperrt. Noch kämen die Bauern zurecht, sie hofften aber, dass noch Helfer kommen.

Erntehelfer fehlen

Trotz genereller Einreisesperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie dürfen begrenzte Kontingente an Saisonarbeitern kommen, um die Ernte zu sichern. Im April und Mai sollen bundesweit je 40.000 Menschen anreisen.

In den vergangenen Wochen sind nach Angaben des Brandenburger Gartenbauvereins auch Interessierte aus Deutschland - unter anderem Kurzarbeiter aus der Gastronomie - für den Spargelanbau angelernt worden. Meist wollen sie jedoch in den Verkauf oder die Logistik. Die reine Feldarbeit verlangt körperliche Kondition und Fingerfertigkeit beim Stechen der Stangen.

In Beelitz wachsen die Stangen auf 1700 Hektar, insgesamt sind es landesweit 3900 Hektar. Die Saison endet traditionell am 24. Juni. Vor Ostern liegt der Preis pro Kilo bei 10 bis 15 Euro. Nach den Festtagen wird er im einstelligen Bereich liegen. (dpa)