Baumkänguru Nunsi ist ganz schön frech, streckt neben Pfleger Mirko Klenz schnell die Zunge heraus. Foto: Tierpark Berlin

Frech streckt sie dem Fotografen die Zunge heraus. Goodfellow-Baumkänguru-Dame Nunsi (13) ist der neue, hüpfende Star im Tierpark und  einfach zum Knuddeln süß. Doch leider müssen wir uns vorerst mit Bildern von ihr begnügen. Corona ist schuld daran.

Das putzige Baumkänguru, das aus dem Zoo Duisburg nach Berlin kam, gehört zu den neuen Bewohnern des Alfred-Brehm-Hauses. Nunsi zog gerade dort ein. Obwohl der Tierpark seit einer Woche wieder für seine Besucher geöffnet hat, dürfen sie das Beuteltier in dem Gebäude noch  nicht sehen.

Denn das für fast acht Millionen Euro sanierte Alfred-Brehm-Haus, das nach zwei Jahren Umbauarbeiten zu Ostern wiedereröffnet werden sollte, muss wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Das gilt auch für alle anderen Tierhäuser im Tierpark und auch im Zoo.

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Von den Unannehmlichkeiten bekommt Nunsi aber nichts mit. An der Seite ihres Pflegers Mirko Klenz hat sich die Baumkänguru-Dame gut in ihrem neuen Domizil eingelebt. Im Innengehege knabbert Nunsi besonders gerne an frischen Ahornblättern, die zu ihren Lieblingsspeisen gehören. Bald wird sie  das Außengehege kennenlernen, das zu normalen Zeiten auch Besucher hätten betreten dürfen. Auf dem Areal kann Nunsi dann wie ihre Artgenossen in der Heimat Neuguinea auf Bäume klettern und herumspringen. Auf dem Erdboden machen Baumkängurus eher keine so großen Sprünge, wie man sie von ihren australischen Verwandten her kennt.

Nunsi und ihre Artgenossen wurden nach dem britischen Forscher Walter Goodfellow benannt. Foto: Tierpark Berlin

Nunsi soll zur Besucherattraktionen in dem  zur Regenwaldwelt umgebauten Alfred-Brehm-Haus werden. Mit der erstmaligen Präsentation eines  Goodfellow-Baumkängurus will der Tierpark auf die vom Aussterben bedrohte Art aufmerksam machen. Auch wird eine Hilfsorganisation unterstützt, die in Neuguinea ein Gebiet von 180.000 Hektar Größe schützt, in dem Baumkängurus leben.  Allein wird das Goodfellow-Baumkänguru auf der Außenanlage nicht bleiben. Dort wird sie mit einem Känguru-Männchen der Gattung Neuguinea-Filander zusammen leben.

Zwei einstige Bewohner des Alfred-Brehm-Hauses haben allerdings den Tierpark verlassen. Die Sibirischen Tiger Darius (13) und Aurora (9) sind ein paar Stadtteile westwärts umgezogen – in den Zoo in Charlottenburg. Die zwei Raubkatzen werden die ersten neuen Bewohner des dortigen Raubtierhauses sein, das gerade umgebaut wird und noch in diesem Jahr wiedereröffnet werden soll. „Die Bauarbeiten sind bereits so weit fortgeschritten, dass die beiden Sibirischen Tiger bereits ihre Außenanlage beziehen konnten“, sagt Zoo-Sprecherin Katharina Sperling. Im Gegensatz zum Baumkänguru im Tierpark können die Besucher die Tiger beim Herumstreifen im Freigehege schon bestaunen.

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Die Bilanz für die erste Woche der Wiedereröffnung von Zoo und Tierpark fällt positiv aus. Die Besucher würden sich an den vorgeschriebenen Hygiene- und Verhaltensrichtlinien halten, so Sprecherin Sperling zum KURIER. „Wir freuen uns sehr, dass zahlreiche Berliner, vor allem Familien mit kleinen Kindern, uns in der vergangenen Woche besucht haben“, sagt sie.

Am ersten langen Mai-Wochenende kamen etwa 18.000 Besucher in den Tierpark, fast 14.500 waren es im Zoo. „Der Online-Verkauf läuft gut“, sagt Sperling. „Nachdem sich der eine oder andere Besucher zunächst in das Konzept mit dem Zeitfenster einfinden musste, haben die Gäste das System gut angenommen.“