Harmlos wirkende Szene im Columbiabad: Doch schnell erhitzen sich die Gemüter am Pool.
Harmlos wirkende Szene im Columbiabad: Doch schnell erhitzen sich die Gemüter am Pool. imago (Symbolbild)

Die letzte größere Eskalation liegt wenige Tage zurück: Bei einer Massenschlägerei im Neuköllner Columbiabad waren Ende Juni 250 Badegäste bedrängt worden, einer Frau wurde die Nase gebrochen. Auf Social Media zirkulierten Videos der hitzigen Szenen aus dem Berliner Freibad, und Medien riefen die Polizei dazu auf, härter gegen gewaltbereite Störer vorzugehen. Jetzt am Hitze-Dienstag ist die Situation im Bad am Columbiadamm erneut eskaliert: Gewaltbereite Badegäste attackierten Bademeister.

Bei einer Auseinandersetzung zwischen Badegästen und Beschäftigten im Columbiabad in Berlin-Neukölln sind elf Menschen verletzt worden. Drei Männer im Alter von 19, 23 und 24 Jahren wurden vorläufig festgenommen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Sie stünden im Verdacht, bei der Auseinandersetzung am Dienstagabend mehrere Menschen verletzt zu haben.

Zu dem Konflikt kam es nach bisherigem Kenntnisstand, nachdem die drei Männer mit einer Gruppe von insgesamt bis zu zwölf Menschen wegen einer Schlägerei des Bades verwiesen worden seien. Die Betroffenen seien dann in einer ähnlich großen Gruppe zurückgekehrt und laut Zeugenaussagen gezielt auf Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes im Freibad losgegangen.

Sicherheitsmitarbeiter flüchten in Aussichtsturm

Dabei hätten sie Reizgas versprüht und außerdem Schlagwerkzeuge getragen. Der Polizei zufolge flüchteten drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor ihnen in einen Aussichtsturm und schlossen die Tür ab. Daraufhin hätten die Angreifer versucht, die Tür einzuschlagen, seien aber bei Ankunft der Polizei geflüchtet.

Unter den elf Verletzten im Alter zwischen 15 und 49 Jahren wurden der Berliner Polizei zufolge sechs Badegäste, vier Sicherheitsmitarbeiter und ein Rettungsdienstmitarbeiter infolge des Reizgaseinsatzes verletzt. Zwei Männer gaben zudem an, dass ihnen ins Gesicht geschlagen worden sei. Drei der Badegäste kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus, die weiteren Verletzten wurden vor Ort ambulant behandelt.

Drei Verdächtige werden festgenommen, aber später wieder entlassen

In der Nähe des Bades wurden danach drei der Tatverdächtigen der Polizei zufolge in einem Auto aufgegriffen und festgenommen. Im Auto seien ein Schlagstock, ein Baseballschläger und ein Messer gefunden worden. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt, ein Atemalkoholtest ergab 0 Promille. Die drei Männer wurden in Polizeigewahrsam gebracht, später aber wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs laufen.

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Nach Ausschreitungen hat sich der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe betroffen gezeigt. „Die Auseinandersetzungen im Sommerbad Neukölln haben gestern ein Ausmaß erreicht, wie wir es bisher nicht kannten“, sagt Johannes Kleinsorg. „Diese Gewalt macht uns sehr betroffen. Wir wünschen allen, die verletzt worden sind, baldige und vollständige Genesung.“

Immer wieder stehen dieselben Schwimmbäder im Fokus, doch auch in den scheinbar ruhigeren Bädern der Region passieren schockierende Übergriffe. Ein Vorgang, über den wenig berichtet wurde, ereignete sich vergangene Woche in einem Brandenburger Schwimmbad: Die Brandenburger Polizei ermittelt gegen einen 35 Jahre alten Berliner, der eine 17-Jährige in einem Schwimmbad im Landkreis Oberhavel sexuell belästigt haben soll.

35-Jähriger Berliner richtet Handy auf 17-Jährige und berührt sie unsittlich

Der Mann habe am Dienstagabend vergangener Woche im Whirlpool zunächst sein Handy auf die Jugendliche gerichtet, berichtete die Polizeidirektion Nord am Mittwoch. Ob er sie fotografierte war zunächst nicht bekannt. Dann sei der 35-Jährige an die junge Frau herangerückt und habe sie unsittlich berührt.

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Die Berlinerin flüchtete aus dem Pool und alarmierte die Bademeister, die den 35-Jährigen aus dem Bad lotsten und die Polizei verständigten. Weil der Mann die herbeigerufenen Beamten bei der Aufnahme der Anzeige wegen sexueller Belästigung bedroht habe, sei eine weitere Anzeige gegen ihn aufgenommen worden, berichtete die Polizei. Das Schwimmbad sprach dem Mann ein lebenslanges Hausverbot aus.