München hat den Zuschlag für die Internationale Automobilausstellung (IAA) erhalten. Foto: Silas Stein/dpa

München, Hamburg und die Hauptstadt haben sich um die Austragung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Die Wahl ist  auf München gefallen, Berlin hat verloren. Intern heißt es, der autofeindliche Kurs des rot-rot-grünen Senats hätte die Auto-Hersteller abgeschreckt.

Fast 70 Jahre fand die IAA immer in Frankfurt statt. Doch die Besucherzahlen gingen zurück, die Proteste von Umweltschützern und Autogegnern nahmen zu.  Der Verband der Automobilindustrie (VDA) suchte  einen Ausrichter mit neuem  Konzept . Sieben deutsche Großstädte, darunter auch Stuttgart und Hannover, hatten sich ursprünglich beworben. Berlin, München und Hamburg blieben als Finalisten übrig. Der 19-köpfige Vorstand des VDA hatte bis zum  Dienstagabend getagt – und sich dann gegen Berlin entschieden. Die nächste IAA wird 2021 in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden.

Berlin zu fahrradfreundlich und zu autofeindlich?

Bei den Grünen freute man sich über die Absage. Fraktionschefin Antje Kapek twitterte: „Wir haben die Verkehrswende eingeleitet, denn wir wollen das Schaufenster für moderne Mobilität werden.“ Bei der SPD-Fraktion war Enttäuschung zu hören. „Schade, dass die IAA nicht kommt. Mit dem Tesla-Werk in Grünheide hätten wir zeigen können, dass wir innovativ sein können“, sagt Verkehrspolitiker Tino Schopf.

Autofreunde hingegen spekulieren über die Gründe für die Absage. Ist Berlin zu fahrradfreundlich und zu autofeindlich? Immerhin hatte der Senat ein einmaliges Mobilitätsgesetz zum Schutz der Fahrradfahrer auf den Weg gebracht. Oder sind die Kreuzberger schuld, die mit ihren Protest-Demos schon einen Google-Campus vertrieben hatten? Beides, sagt Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU. Es herrsche mitunter eine autofeindliche Stimmung in der Stadt. „Die Absage für die IAA ist sehr ärgerlich und es reiht sich ein in das investorenunfreundliche Klima des Senats. Ob Karstadt, Google oder jetzt die IAA. Die Landesregierung will so etwas nicht“, erklärt Friederici. Man steuere auf die wirtschaftliche Stagnation zu und werde die „sozialistischen Leuchtturmprojekte“ nicht mehr finanzieren können, so der Politiker.