Links: Die Gletscher-Mumie Ötzi aus den Alpen. Rechts: Die Überreste der Ur-Märkerin von Bietikow. Fotos: dpa

Dieser Fund ist eine kleine Sensation! Im Mai wurden bei Erdarbeiten für die Errichtung von Windkraftanlagen beim Örtchen Bietikow in Brandenburg die Überreste einer Frau entdeckt (der KURIER berichtete). Sie ruhte in der sogenannten Hockerstellung, einer der ältesten Formen der Niederlegung von Verstorbenen. Nun steht fest: Die entdeckten Knochen sind älter als die von Ötzi, der weltberühmten Gletscher-Mumie aus den Ötztaler Alpen!

Das Skelett aus der Uckermark sei älter als 5000 Jahre, sagte Archäologe Philipp Roskoschinski am Donnerstag. Die Frau lebte wahrscheinlich zwischen 3500 und 3100 vor Christus – höchstwahrscheinlich zwischen 3400 und 3300 v. Chr. Die brandenburgische Landesarchäologie sei damit um einen seltenen und besonderen Befund reicher, sagte Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege dem „Tagesspiegel“.

Das Gletscher-Eis schützte die Leiche vor dem Verrotten

Nach Angaben von Roskoschinski seien die Knochen mindestens so alt wie der Ötzi, die berühmte Gletschermumie aus dem Eis der Alpen. Ötzis Überreste wurden am 19. September 1991  am rund 3200 Meter hohen Tisenjoch in den Ötztaler Alpen gefunden. Die deutschen Wanderer Erika und Helmut Simon aus Nürnberg waren hier unterwegs, stießen auf die Leiche. Das Besondere: Sie ist so gut erhalten, weil sie durch das Gletschereis auf natürlichem Weg mitsamt Ausrüstung gefriergetrocknet wurde. Ötzi war durch das Gletschereis in einer Felsmulde gut geschützt, erst der ungewöhnlich heiße Sommer des Jahres 1991 ließ seine Überreste wieder auftauchen. Die Gletscher-Mumie ist die einzige so gut erhaltene Leiche aus der Kupfersteinzeit in Mitteleuropa.

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Von der Frau bei Bietikow waren hingegen lediglich Knochen zu finden. Laut ersten Erkenntnissen wurde sie 30 bis 45 Jahre alt. „Besser kann man das Alter nicht bestimmen, weil der Erhaltungszustand der Knochen eine engere Eingrenzung nicht zulässt“, erklärte Roskoschinski. Die Zähne seien sehr abgenutzt gewesen - normal für die Steinzeit, weil das Mehl damals zwischen Steinen zerrieben wurde und deshalb immer wieder Abrieb von Steinen enthielt. (mit dpa)