Die ausgestopfte Kuh erregt die Gemüter von Veganern und Vegetariern.
Die ausgestopfte Kuh erregt die Gemüter von Veganern und Vegetariern. Twitter/der_veganer

Schock für eine tierfreundliche Einkäuferin in einem Edeka-Supermarkt in Hennigsdorf! Zwischen Wurstprodukten aller Art hatte der Supermarkt ein ausgestopftes Rind aufgestellt!

Der Jungbulle, der ein Schild mit dem Namen „Anton“ trägt, wurde für die Fleisch- und Wurstabteilung des Edeka drapiert. Das Tier steht dabei inmitten von Holzkisten und präsentiert so unter anderem Leberwurst und Bolognese-Soße.

Die Kundin war darüber so schockiert, dass sie ihrem Ärger bei Instagram Luft machte. Die Zurschaustellung des Tieres war offenbar zu viel für Veganer und Vegetarier. Der Post brachte eine massive Diskussion ins Rollen, denn nicht alle stören sich an dem ausgestopften Rindvieh.

Veganer diskutieren empört über ausgestopfte Kuh in Hennigsdorf

Prompt sprangen der Frau andere Veganer und Vegetarier und deren Freunde beiseite. So empörte sich auch Twitter-User Max Möhrike über die Zurschaustellung des Rindes. „Und wenn man glaubt, man habe schon alles an Geschmacklosigkeit in Sachen Tierausbeutung gesehen, kommt der Edeka Henningsdorf und platziert den ausgestopften Körper eines Opfers der Tierausbeutungsindustrie mitten zwischen Leberwurstgläser. Un-fass-bar“, schrieb der Veganer bei Twitter.

Nicht nur im Internet kam die Aktion nicht gut an, die Tierschutzorganisation Peta sprach von einem „makabren und respektlosen Missbrauch eines toten Tieres“. „Es ist absolut zynisch, die Leiche eines fühlenden Lebewesens zu präparieren und sie als vermeintliche Dekoration zwischen tierischen Produkten wie Leberwurst aufzustellen“, teilte Peta mit. Die Organisation forderte, Anton zu entfernen. 

Edeka verteidigt Werbeaktion

Dennoch verteidigt Edeka die Werbeaktion. „Bei dem Rindermodell handelt es sich um ein Ausstellungsstück eines regionalen landwirtschaftlichen Betriebs (mit frei laufenden Rindern) aus Brandenburg, mit dem im Rahmen einer Aktion auf die Produkte des Lieferanten hingewiesen werden sollte“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. „Bisher wurde das von unseren Kunden durchaus positiv aufgenommen.“

Und auch Fleischesser beteiligen sich an der Diskussion und geben Kontra. User Jan Schnellenbach antwortet: „Macht Appetit auf Steak.“ Ein anderer User meint schlicht: „Intolerant!“ 

Nach Berichten ist das tote Rind inzwischen weg. Die FAZ zitierte eine Sprecherin von Edeka am Samstag mit dem Satz: „Der landwirtschaftliche Betrieb hat das Modell bereits abgeholt.“ Die Edeka-Gruppe äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Grund. 

Ausgestopfte Kuh verdeutlicht, dass Fleisch von Tieren stammt

Manche Nutzer können indes der Präsentation des Jungbullen noch etwas anderes Positives abgewinnen: „Ist doch schön, jetzt können die Kleinen endlich mal anfassen, was sie essen, und haben eine vage Vorstellung von Nähe zu den Tieren und zur Natur. Ich meine, in diesen Zeiten, in denen die meisten Kinder solche Tiere nur vom Display kennen“, so Nutzer Struppelstrumpf.

Lesen Sie auch: Sachsens Polizei sucht Silvester-Randalierer: Sie beschossen das Rathaus und riefen „Sieg heil“ >>

Ähnlich sieht es auch Twitter-Nutzerin Heike Lehner: „Ist nicht vielen Veganern wichtig, dass Menschen wieder den bewussten Zusammenhang zwischen der Wurst in der Plastikverpackung und dem tatsächlichen Lebewesen herstellen? Dann wär die Darstellung ja mal ein Anfang.“