Joggen im Wald: Das geht ab Mittwoch in Brandenburg nur noch tagsüber. Polizei und Ordnungsämter wollen die nächtliche Ausgangssperre streng kontrollieren. Foto: Frank Sorge/imago images

In Berlin und Brandenburg gilt ab Mittwoch ein harter Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus. Das rot-schwarz-grüne Kabinett in Potsdam hat unter anderem auch eine strenge nächtliche Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr beschlossen. Tagsüber dürfen Brandenburger ihre Wohnung nur zum Arbeiten, Einkaufen, zum Besuch von Schulen und Kitas, Ärzten und Behörden und für Sport allein, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstands verlassen.

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Nachts werden die Beschränkungen verschärft: Von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr ist auch Joggen oder Spazierengehen nicht mehr erlaubt. „Damit gehen wir über den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz hinaus“, betonte Woidke. Diese hatte Ausgangsbeschränkungen für Regionen mit einer Indizenz bei Corona-Neuinfektionen von über 200 Fällen je 100.000 Einwohnern vorgesehen. In Brandenburg liegt die Inzidenz in mehreren Landesteilen deutlich über der Schwelle von 200. Am höchsten liegt diese in Oberspreewald-Lausitz mit 484, gefolgt von Spree-Neiße mit 421. In anderen Landesteilen liegt die Inzidenz aber deutlich darunter, so in der Uckermark mit rund 86 Fällen pro 100.000 Einwohnern.

Wohnung darf auch in Berlin nur noch aus triftigem Grund verlassen werden

An Heiligabend und Silvester gibt es in Brandenburg Ausnahmen von den Ausgangsbeschränkungen nur für die Zeit von 22.00 Uhr bis 2.00 Uhr. Außerdem gilt ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit – Glühwein auf der Straße ist ab Mittwoch also tabu. Polizei und Ordnungsämter würden diese Beschränkungen streng kontrollieren, warnte Innenminister Michael Stübgen (CDU).

Anders die Situation in Berlin: Hier liegt die Gesamt-Inzidenz knapp unter der Schwelle von 200 und beträgt nach letzten Zahlen 197,5. Überschritten wird diese inzwischen nur von vier Bezirken, nämlich Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln und Mitte. Ab Mittwoch können Menschen ihre Wohnungen nur mit einem triftigen Grund verlassen. Dazu zählen Einkäufe, Arztbesuche, Arbeiten oder Freizeitsport. An den Weihnachtsfeiertagen wird es keine Lockerungen bei der Obergrenze für private Treffen geben. Berlin und Brandenburg hatten sich darauf verständigt, die Maßnahmen im Lockdown miteinander abzustimmen. Dennoch ist eine gesonderte nächtliche Ausgangssperre wie in Brandenburg zunächst nicht vorgesehen. Fraglich wäre ohnehin, wie eine mögliche nächtliche Ausgangssperre in Berlin durchzusetzen wäre.