Auch eine Radtour durch das Berliner Umland kann im Sommer einfach herrlich sein. imago/CHROMORANGE

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Es wird Sommer – das zeigen die Temperaturen, meine sorgsam gepflegten bunten Blumen auf dem Balkon, die luftigen bunten Sommerkleider und die Kollegen und Freunde, die immer öfter von ihren sehr konkreten Urlaubsplänen sprechen.

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Was rauscht da nicht alles um meine Ohren: Kreta, Algarve, Mallorca, Sizilien, Norwegen. Manchmal weiß ich gar nicht so genau, wo das liegt, oder könnten Sie die Costa del Sol oder Marrakesch auf der Karte zeigen? Manch einen zieht es in die große weite Welt – Malediven, New York oder Island hörte ich bei Bekannten als Urlaubsziele. Und wenn ich dann gefragt werde, wohin wir reisen, ernte ich nicht selten mitleidige Blicke: Denn wir bleiben in der Stadt!

Ich liebe Berlin im Sommer – die Stadt steckt voller Erlebnisse

Ich liebe Berlin im Sommer. Die Stadt steckt voller Erlebnisse. Nach der Arbeit mit einer Freundin im Straßencafé sitzen und „Leute schauen“, für 7 Euro eine Reise durch die „Gärten der Welt“ unternehmen, im Freilichtkino all jene Filme sehen, die man im letzten Jahr verpasst hat, ein Picknick am Spreeufer, mit einem Buch irgendwo im Park sitzen und lesen, bis es dunkel wird, Freunde zum Grillen einladen, in Treptow ein Kanu ausleihen …

Auch im Spreewald gibt es viele herrliche Ausflugsziele. dpa/Frank Hammerschmidt

Und wenn mir die Stadt zu trubelig, zu laut oder zu heiß wird, steige ich mit dem Rad in die S-Bahn und fahre ins Umland. Meinen Lieblingssee verrate ich Ihnen nicht, denn ich möchte dort noch lange die entspannende stille Einsamkeit genießen. Aufs Wasser schauen und einfach mal gar nichts tun. Das ist für mich Luxus pur.

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Mein Fernweh endet im Sommer in Brandenburg. Das lockt an den Wochenenden mit Bilderbuch-Sehenswürdigkeiten. Rheinsberg, der Spreewald und eine Wanderung um den Scharmützelsee stehen in diesem Sommer auf dem Plan. Das alles können wir bequem mit der Regionalbahn erreichen. Kein Stau, keinen Stress am Flughafen, keine Sorge um Anschlussflüge, keine Enttäuschungen über nicht erfüllte Erwartungen.

Das Fernweh ruft mich erst, wenn es wieder kühl und grau wird

Natürlich kenne ich den Ruf des Fernwehs. Aber den erhöre ich erst, wenn es dann wieder kalt und grau wird. Aber bis dahin ist zum Glück noch sehr viel Zeit, um den Sommer in Berlin mit allen Sinnen zu genießen.

Ihre Sabine Stickforth

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com