Der Festakt zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Rede in der Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg. Foto: dpa

Das geplante große Einheitsfest am Brandenburger Tor fiel wegen Corona aus. Die Berliner ließen sich dennoch nicht die Feierlaune nehmen, um am Sonnabend den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung zu begehen. Sie machten Ausflüge, bummelten über Flohmärkte, sogar die Clubszene feierte. Die große Politik-Prominenz traf sich zur zentralen Einheitsfeier in Potsdam.

Die Einheitsfeier beginnt mit einem Gottesdienst in der Postamer Kirche St. Peter und Paul. In der ersten Reihe sitzen Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Ehefrau.   Foto: dpa

Diese begannen in der brandenburgischen Landeshauptstadt mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul. Der anschließende zentrale Festakt fand in der Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg statt. Durch das Programm führten Anna Loos und Günther Jauch. Roland Kaiser, die Band Mia und Mark Forster traten auf.

In der Metropolis-Halle rocken Mark Forster und Mia-Sängerin Mieze Katz. Foto: dpa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schlug in seiner Festrede die Errichtung einer Gedenkstätte vor, die an die Friedliche Revolution in der DDR erinnern soll. „Wir leben heute in dem besten Deutschland, das es jemals gegeben hat. Lassen Sie uns all denen danken, die daran mitgewirkt haben, mitgearbeitet haben“, sagte Steinmeier. Die Ostdeutschen hätten mit der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 eine Diktatur zu Fall gebracht, so der Bundespräsident. „Schaffen wir doch eine Stätte, die daran erinnert.“

Ein Pärchen fotografiert sich in Potsdam vor einem schwarz-rot-goldenen Herz mit der Aufschrift „30 Jahre“. Foto: dpa

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke  rief dazu auf, den Beitrag Ostdeutschlands im vereinten Land zu würdigen. Die vergangenen 30 Jahren seien ein Lernprozess gewesen, den beide Teile des Landes durchliefen.  „Es ist wichtig, dass dieser Prozess weitergeht - er darf niemals zur Einbahnstraße werden. Vom Osten kann man lernen“, sagte Woidke. Kanzlerin Angela Merkel bedanke sich bei den Deutschen, die dazu beitrugen, dass die Deutsche Einheit „im Großen und Ganzen“ gelungen sei. 

Blick auf dem Riesenflohmarkt auf dem Gelände der Trabrennbahn Karlshorst, der jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit stattfindet. Foto: privat/Regina Pröhm

In Berlin ging es weniger hochoffiziell zu. Die Menschen spazierten durch die Gärten der Welt in Marzahn, besuchten Zoo oder Tierpark. So manchen zog es auch zum traditionellen Einheitsmarkt-Trödelmarkt auf der Trabrennbahn Karlshorst, wo über 500 Händler alte Schallplatten, Bücher und so manche Rarität aus der DDR anboten. Und Partys gab es auch. Am Tag der Einheit durften Klubs ausnahmsweise für Veranstaltungen im Freien öffnen.