Hohe Sachschäden, auch im Umfeld, verursachen Sprengungen von Fahrkartenautomaten. Wie hier im Dezember 2020 auf dem S-Bahnhof Attilastraße. Imago/Sorge

Mit Graffiti beschmierte Wände, angekokelte Sitzbänke, gesprengte Fahrkartenautomaten: Der Vandalismus an Berlins Bahnhöfen nimmt zu. Über vier Millionen Euro mussten BVG, S-Bahn und Deutsche Bahn im vergangenen Jahr für die Beseitigung der Sachbeschädigungen zahlen. Allein bei der BVG stiegen die polizeilich erfassten Vandalismus-Schäden innerhalb eines Jahres von 635 auf 735.

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Bei den U-Bahnhöfen sind in den Bezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf die aktuellen Brennpunkte. Insgesamt registrierte die Polizei  im Jahr 2021 1057 Fälle von Sachbeschädigungen auf U-Bahnhöfen –darunter entfallen allein 267 Anzeigen auf den Bezirk Mitte, 190 auf Charlottenburg-Wilmersdorf und 146 auf Friedrichshain-Kreuzberg, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervorgeht. Spandau (23) und Lichtenberg (24) meldeten am wenigsten Vandalismus.

Immer wieder werden die Bahnhöfe auch mit Graffiti beschmiert. Imago/Gudath

Bei der S-Bahn verdreifachten sich die Kosten im Vergleich zu 2019. Zwar fuhren weniger Fahrgäste, aber: „In den Jahren 2020 und 2021 wurden mehrere Fahrausweisautomaten der S-Bahn Berlin durch Herbeiführen einer Explosion total zerstört“, erklärt die S-Bahn Berlin GmbH.

S-Bahn: Östliche Bahnhöfe der S5 sind im Winter am meisten von Vandalismus betroffen

Die Station & Service AG der Deutschen Bahn vermeldet trocken: „Grundsätzlich ist Vandalismus ein Problem an allen Stationen der Deutschen Bahn.“ Aber nach der Regel: Je leerer der Bahnhof, desto mehr Zerstörung. „Verstärkt tritt das Problem in der Regel an Stationen in Randbereichen mit geringerem Personenaufkommen und der damit einhergehenden geringeren sozialen Kontrolle auf“, heißt es bei der Deutschen Bahn. Vandalismus-Schwerpunkte sind während der Sommermonate die Bahnhöfe Friedrichshagen, Nikolassee, Schlachtensee, Wilhelmshagen und Wannsee. In der Winterzeit sind besonders Stationen im östlichen Bereich der Linie S5 betroffen. Das sind die Bahnhöfe zwischen Lichtenberg und Strausberg.

Bei der U-Bahn fallen besonders häufig die Bahnhöfe der Linien U3 und U8 negativ auf. Den unrühmlichen Platz 1 in der Vandalismus-Top 15 belegt der U-Bahnhof Hermannplatz. Hier kreuzen sich U8 und U7. In den letzten vergangenen drei Jahren wurden hier 118 Fälle von Sachbeschädigungen „mit der Örtlichkeit U-Bahnhof erfasst“. In ganz Berlin waren es 1057 Fälle, aber nur in 240 Fällen wurden auch Tatverdächtige gefasst.

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Am U-Bahnhof Hermannplatz wurden in den vergangenen drei Jahren 118 Sachbeschädigungen angezeigt. Sabine Gudath

Das sind die schlimmsten U-Bahnhöfe Berlins

Platz 1: U-Bahnhof Hermannplatz – mit 118 Sachbeschädigungen

Platz 2: U-Bahnhof Fehrbelliner Platz – mit 106 Sachbeschädigungen

Platz 3: U-Bahnhof Breitenbachplatz – mit 102 Sachbeschädigungen

Platz 4: U-Bahnhof Paracelsus-Bad – mit 95 Sachbeschädigungen

Platz 5: U-Bahnhof Alexanderplatz – mit 85 Sachbeschädigungen

Platz 6: U-Bahnhof Gesundbrunnen – mit 83 Sachbeschädigungen

Platz 7: U-Bahnhof Osloer Straße – mit 79 Sachbeschädigungen

Platz 7: U-Bahnhof Zoologischer Garten – mit 79 Sachbeschädigungen

Platz 9: U-Bahnhof Krumme Lanke – mit 76 Sachbeschädigungen

Platz 10: U-Bahnhof Leopoldplatz – mit 75 Sachbeschädigungen

Platz 11: U-Bahnhof Warschauer Straße – mit 70 Sachbeschädigungen

Platz 12: U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord – mit 64 Sachbeschädigungen

Platz 13: U-Bahnhof Tempelhof (Südring) – mit 60 Sachbeschädigungen

Platz 14: U-Bahnhof Nollendorfplatz – mit 58 Sachbeschädigungen

Platz 15: U-Bahnhof Pankow – mit 58 Sachbeschädigungen