Der AquaDom war das größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt.
Der AquaDom war das größte freistehende zylindrische Aquarium der Welt. dpa/Jörg Carstensen

Es sind die gigantische Ausmaße, die jeden Tag tausende Besucher zum AquaDom gelockt haben. Doch Riesen-Aquarien wie das nun geborstene Becken sind Meisterwerke der Technik und müssen penibel gewartet werden. Auch deshalb wurde der AquaDom erst im Jahr 2020 umfassend saniert. Doch es nützte nichts. Am Freitagmorgen ergossen sich die fast eine Million Liter Wasser des Aquariums in die Lobby des Hotels. Wie konnte es zur AquaDom-Katastrophe kommen?

„Großaquarien werden in der Regel aus Acrylglas in mehreren Einheiten angefertigt, da Form und Druck anders nicht zu bewältigen sind“, erklärt eine Sprecherin des Berliner Zoos. Auch der Zoo betreibt ein großes Aquarium direkt an der Budapester Straße. Jedoch reicht keines der dortigen Becken an die massiven Dimensionen des AquaDoms heran.

Spezialfirma baute den AquaDom aus vielen Einzelteilen

Das riesige Aquarium wurde von International Concept Management (ICM) gebaut. Die Firma ist auf den Bau von Großaquarien spezialisiert und realisiert Projekte weltweit. Für den AquaDom wurden vor der Eröffnung im Jahr 2003 insgesamt 15 riesige Einzelteile in Übersee gefertigt und per Schiff nach Deutschland gebracht. ICM galt damals als einzige Firma weltweit, die solche Aquarien fugenlos realisieren konnte.

Für den Bau mussten strengste Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Die Einzelteile wurden dann mit weiterem Acryl in einem speziellen Verfahren verbunden. Nach Fertigstellung waren die Nahtstellen so gut wie nicht mehr zu erkennen. Unten betrug die Wandstärke ganze 20 Zentimeter!

Gewicht von 1000 Tonnen im AquaDom

Doch war das genug? Rund 1000 Kubikmeter Wasser fasste der AquaDom. Dies entspricht einem Gewicht von 1000 Tonnen. Natürlich werde beim Bau solcher Großaquarien penibel darauf geachtet, dass sie dem Wasserdruck standhalten. „Allerdings kann es durch Temperaturdifferenzen, Spannungen im Glas, Fremdeinwirkung oder auch Materialermüdung zu einem Bruch kommen“, so die Zoo-Sprecherin. 

Dazu passen auch erste Meldungen von Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD): „Die Ermittlungen zur Ursache sind noch nicht abgeschlossen. Erste Anzeichen deuten jedoch auf eine Materialermüdung“, so Spranger am Freitag.

Jedoch finden in derartigen Großaquarien regelmäßig Wartungen statt. Je nach Ablauf einer bestimmten Standzeit und Größe, überprüfen TÜV sowie Techniker und Wartungsfirmen regelmäßig den Zustand der Becken. „Große Scheiben und Nähte können hierbei unter anderem mit Ultraschall kontrolliert werden“, so eine Sprecherin des Berliner Zoos.