Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Es liegen Trümmerteile auf der Fahrbahn.
Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. Es liegen Trümmerteile auf der Fahrbahn. Morris Pudwell

Es ist vermutlich zutiefst ungerecht, aber Gedanken machen sich eben manchmal selbstständig. Als mich am frühen Freitagmorgen die Nachricht vom geplatzten AquaDom erreichte, schoss mir als erstes in den Kopf: Typisch Berlin!

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Warum passiert so etwas immer in unserer Stadt? Dass wir den Bau eines Flughafens gründlich versauen können, haben wir mit Nachdruck bewiesen. Mit der Organisation von Wahlen sind wir offenkundig überfordert. Wer in den letzten Monaten oder besser Jahren mit der Berliner Verwaltung zu tun hatte, musste ganz sicher auch schmerzlich lernen, dass in dieser Stadt nichts wie am Schnürchen läuft.

Ja, ich höre ja schon auf... Denn diesmal kann doch nun wirklich niemand etwas dafür. Oder?

Das riesige Aquarium beim Bau im Jahr 2003.
Das riesige Aquarium beim Bau im Jahr 2003. Gerd Engelsmann

Mega-Aquarium wurde gerade erst saniert

Das Mega-Aquarium wurde gerade erst für 2,6 Millionen Euro saniert und grundgereinigt. Nur Monate später platzt es einfach. Vieles deute auf Materialermüdung hin, heißt es. Wie bitte? Ich denke, das kritische „Material“ wurde gerade erst geprüft und erneuert. Oder was macht man sonst bei einer „grundlegenden Sanierung“?

Es gibt viele große Aquarien in der Welt. Bekannt ist, dass in Shanghai mal eins geplatzt ist. 2012 war das. Mit Haien darin. Und 30.000 Litern Wasser. In Berlin machen wir es unter einer Million Litern nicht.

Wir sanieren monatelang, dann bricht alles zusammen

Als 2010 bei einem der größten Aquarien der Welt in Dubai ein winziger Sprung in der Scheibe entdeckt worden war, schalteten die lokalen Behörden den Zivilschutz ein und alarmierten führende Experten. Das Problem war in kurzer Zeit gelöst. Wir dagegen sanieren erst monatelang – und dann bricht alles zusammen. So unsinnig war der Gedanke also vielleicht doch nicht: Typisch Berlin!