Der Rapper Bushido und seine Frau Anna-Maria Ferchichi sind Zeugen in einem Verfahren gegen Arafat Abou-Chaker. dpa

Erst vor einem Monat entband sie ihre Drillings-Mädchen: Anna-Maria Ferchichi (40), Ehefrau von Rapper Bushido (43), trat wieder als Zeugin im Prozess gegen den Clan-Boss an. Der Richter fürsorglich: „Wie geht es?“ Anna-Maria Ferchichi – schwarzer Rolli, Leggings, High-Heel-Stiefel – schwungvoll: „Ein bisschen müde, aber gut.“ Sie ist jetzt achtfache Mutter.

Anna-Maria Ferchichi rechnet mit Clan-Boss Arafat Abou-Chaker ab

Abrechnung mit dem Clan-Boss Arafat Abou-Chaker (45), dem Hauptangeklagten in dem seit August 2020 laufenden Prozess. Er war fast 14 Jahre lang Geschäftspartner ihres Mannes. Anna-Maria Ferchichi, eine Schwester von Sängerin Sarah Connor, ist seit 2012 mit Bushido verheiratet.

Als Rapper Anis „Bushido“ Ferchichi 2017 seine eigenen Wege gehen wollte, soll es zu Straftaten gegen ihn gekommen sein. Eine Millionen-Summe habe Arafat Abou-Chaker verlangt. Bushido sei im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt, bedroht, mit Stuhl und Wasserflasche beworfen worden. Der Richter: „Von wem ging die Entscheidung aus, zur Polizei zu gehen?“ Anna-Maria Ferchichi: „Von mir.“

Anna-Maria Ferchichi: Bushido konnte Abou-Chaker nicht die Stirn bieten

Ende Januar 2018 ein erstes Kontaktgespräch – „ich habe die Angaben noch relativ pauschal gehalten“. Damals habe Bushido noch „mit Ach und Krach“ den Weg zur Polizei vermeiden wollen. Sie habe die Lage anders gesehen: „Ich hatte Angst, ich wusste, dass wir es nicht allein schaffen.“ Nach der Sache im Büro habe sie Bushido in den Urlaub geschickt: „Arafat sollte ihn nicht mehr erreichen können.“ Als schwach habe sie ihren Mann erlebt – „er konnte Arafat nicht die Stirn bieten“. Nach außen habe der Rapper getan, als müsste man sich keine Sorgen machen. Als Bushido hörte, dass sie bei der Polizei war, sei er „fassungslos und sauer“ gewesen.

Am 11. September 2018 sagte Anna-Maria Ferchichi erneut bei Ermittlern aus. „Weil es eine Warnung gab“, so die Frau von Bushido. Ein Freund (30) sei bei ihnen gewesen. Die Zeugin: „Er sagte, ein Cousin von Arafat Abou-Chaker habe ihm gesagt, er solle sich fernhalten von uns, etwas Großes stehe an.“ Sie habe es als bedrohlich empfunden – „ich ging davon aus, dass auf mich und meinen Mann geschossen werden könnte“.

Ein Zeuge: „Bushido hat eine große Nummer daraus gemacht“

Der damalige Freund allerdings stellte die Szene vor Gericht anders dar: „Es war ein Missverständnis.“ Was er Bushido im September 2018 berichtete, sei nicht als eine Drohung zu verstehen gewesen – „ich erwähnte es nur beiläufig, aber Bushido hat eine große Nummer daraus gemacht“. Anna-Maria Ferchichi über diesen Ex-Freund der Familie: „Als er mitbekam, dass die Polizei informiert worden war, hat er Panik bekommen und versucht, alles zu relativieren.“ Aus Angst vor Abou-Chaker, mutmaßte die Zeugin.

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Ein Prozess, in dem viel über Geld gesprochen wird. Der Clan-Boss soll kassiert haben – Bushido verglich ihr Verhältnis in seiner Aussage vor Gericht mit einer „Zwangsheirat“. Der Clan-Chef habe permanent kassiert – Millionen-Summen. Anna-Maria Ferchichi hatte ihre Aussage im Juni begonnen. Wegen ihrer Schwangerschaft musste eine Pause eingelegt werden. Morgen geht ihre Vernehmung weiter.