Der Todes-Porsche lag zertrümmert auf dem Gehweg: Vier Menschen starben seinetwegen. Foto: Morris Pudwell

Der Todesfahrer von der Invalidenstraße ist jetzt angeklagt: Michael M. (44) war am 6. September 2019 mit seinem Porsche an der Invalidenstraße in eine Menschengruppe gerast, vier Menschen starben, darunter ein drei Jahre alter Junge. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich entgegen ärztlichem Rat ans Steuer gesetzt zu haben.

Der Mann soll  sich der fahrlässigen Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig gemacht haben, muss sich vor dem Landgericht verantworten.

M. soll mit seinem Porsche Macan unterwegs gewesen sein, teilt die Staatsanwaltschaft mit, obwohl er ein Anfall-Leiden und gerade eine Gehirnoperation hinter sich hatte und nicht in der Lage gewesen sein, „aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen“. Der behandelnde Neurologe habe ihn mehrmals aufgefordert, bis auf weiteres nicht mehr Auto zu fahren.

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Der Mann war nach Erkenntnissen der Strafverfolger in der Invalidenstraße aus einer Autoschlange vor einer Ampel auf die Gegenfahrbahn ausgeschert. Dort soll er einen epileptischen  Anfall erlitten und voll beschleunigt haben. Er  geriet an der Ecke Ackerstraße auf den Gehweg, das fast zwei Tonnen schwere Auto riss Metallpoller heraus, knickte einen Ampelmast um und überschlug sich mehrfach. 

Am Ende flog der Wagen mit etwa 105 Stundenkilometern in eine Fußgängergruppe: Getötet wurden das Kind, seine Großmutter, ein Engländer (29) und sein spanischer Lebensgefährte (28). 

Der Fahrer wurde schwer verletzt, seine Schwiegermutter und ein sechsjähriges Mädchen aus dem Porsche wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

Der Unfall hatte für Empörung gesorgt, es wurde das Verbot von SUVs und mehr Sicherheit in der Invalidenstraße gefordert. 2020 kündigte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) Umbauten an, es wurden Tempo-30-Schilder aufgestellt.