Mit Kurzhaar-Frisur: Angelika Mann mit ihrem Mann Ralf Rasch.
Mit Kurzhaar-Frisur: Angelika Mann mit ihrem Mann Ralf Rasch. Starpress

Sie stand mit dem Musical „Himmlische Zeiten“ auf der Bühne, gab Konzerte, als wäre nichts geschehen. Kaum einer wusste, dass Entertainerin Angelika „Lütte“ Mann (73) monatelang gegen den Brustkrebs ankämpfte. Jetzt berichtet die Super-Illu über die Krankheit, die die Sängerin nach Chemo- und Bestrahlungstherapien und einer OP nun besiegt hat. „Ich gelte als krebsfrei“, sagt die Sängerin dem KURIER.

Warum sie den Krebs bisher nicht öffentlich machte? „Ich wollte meine Freunde, Nachbarn und Fans nicht beunruhigen“, sagt die Lütte dem KURIER. „Ich wollte den Kampf mit meiner Familie alleine durchstehen. Nur das Ensemble wusste davon. Für den Fall, dass es Probleme gibt, hat man für mich eine zweite Besetzung eingearbeitet.“

Das die Krankheit nun herauskam, war ihrer Frisur geschuldet. Wegen der Chemo hatte Angelika Mann zunächst eine Glatze, auch keine Wimpern und keine Augenbrauen. „Jetzt sind  aber meine Haare  zu einer schönen Kurzhaarfrisur herangewachsen“, sagt sie.

Doch in der Öffentlichkeit trug der Star weiterhin eine Perücke. Aber bei einem Promi-Geburtstag , bei der sie vor kurzem zu Gast war, setzte sie die künstliche Haarpracht erst gar nicht auf. „Bei der Hitze hätte ich das Tragen der Perücke nicht ausgehalten. Also ging ich ohne sie zur Feier, wo ein Fotograf mich dann auf die kurzen Haare ansprach.“

Die Lütte bei einem Auftritt mit ihrer Tochter Ulrike Weidenmüller.
Die Lütte bei einem Auftritt mit ihrer Tochter Ulrike Weidenmüller. privat/Ralf Rasch

Angelika Mann: Vor fast einem Jahr entdeckte sie einen Knoten in der Brust

Im vergangenem Sommer meldete sich der Krebs bei der Lütten. „Ich hatte an der rechten Brust einen Knoten bemerkt. Zunächst dachte ich, es sei eine Zyste.  Aber als Arzttochter und gelernte Apothekerin nehme ich so etwas nicht auf die leichte Schulter und ging zum Arzt.“

Nach einer Ultraschalluntersuchung wurde Angelika Mann ins Zehlendorfer Waldfriede-Krankenhaus zur Krebs-Spezialistin Dr. Barbara Brückner geschickt. Die Untersuchungen bestätigten: „Ich hatte einen etwa 3,2 Zentimeter großen Tumor in meiner Brust, der sehr aggressiv war. Zum Glück hatte er noch keine Metastasen gestreut“, sagt Angelika Mann.

Angelika Mann: Durch die Chemo hatte sie anfangs eine Glatze. „Später wuchsen die Haare zu einer tollen Kurzhaarfrisur.“
Angelika Mann: Durch die Chemo hatte sie anfangs eine Glatze. „Später wuchsen die Haare zu einer tollen Kurzhaarfrisur.“ privat/Ralf Rasch

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft ist Brustkrebs die häufigste Krebs-Krankheit, die Frauen in Deutschland trifft. Jede achte Frau ist betroffen. „Ich war nun die achte in der Reihe. Ich hätte auch nicht gedacht, dass mich mit über 70 diese Krankheit treffen würde“, sagt Angelika Mann.

Die Schock-Diagnose riss die Lütte nicht in ein tiefes Loch. „Ich bin ein sehr pragmatischer Mensch, habe keine Träne  geweint, sondern sofort Maßnahmen ergriffen. Mein Mann Ralf und meine Tochter Ulrike unterstützen mich. Und ich habe den Ärzten vertraut. Allen bin ich sehr dankbar dafür.“

Und: Die Lütte hatte bei ihrem Kampf gegen den Krebs nie das Vertrauen in die Medizin verloren. „Sie ist heute schon sehr weit fortgeschritten.“

Angelika Mann: „Das Spielen im Theater war die beste Therapie“

In der Tat ist Brustkrebs nicht gleich ein Todesurteil. Er kann geheilt werden, wenn der Tumor rechtzeitig, etwa bei Vorsorge-Untersuchungen, entdeckt wird und sich nicht weiter in das Gewebe hineingefressen hat. „Ich rate allen Frauen, sich ab 70, wenn die Kassen keine Mammografie mehr bezahlen, per Ultraschall untersuchen zu lassen. Das kann das Leben verlängern!“, sagt die Sängerin.

Die Lütte war froh, als dann im vergangenem November die Chemo-Therapie und die Bestrahlungen begannen. Wichtig war für sie, dass sie während der Behandlung weiter arbeiten konnte. „Mit ,Himmlischen Zeiten‘ wollte ich weiter auf Tour gehen. Das Theaterspielen war für mich die beste Therapie. Wenn ich auf der Bühne stand und das Scheinwerferlicht anging, habe ich alles andere vergessen.“

Himmlische Zeiten: In diesem Musical stand die Lütte auf der Bühne. Nur wenige wussten, dass sie gegen den Brustkrebs kämpft.
Himmlische Zeiten: In diesem Musical stand die Lütte auf der Bühne. Nur wenige wussten, dass sie gegen den Brustkrebs kämpft. Martin Sigmund/Stuttgarter Theater

Zwischendurch fuhr ihr Mann sie nach Berlin zu den Behandlungen. „Anders war es beim Gastspiel  in Stuttgart. Dort ging ich morgens zur Bestrahlung in die Klinik, stand abends auf der Bühne.“ Sicher die Chemo hatte ihre Folgen, nicht nur der Verlust der Haare. „Aber ich habe es durchgestanden. Wer mich kennt, weiß: So schnell haut mich nichts um.“

Als der Tumor durch die Therapien schrumpfte, wurde er bei Angelika Mann im Frühjahr bei einer OP brusterhaltend entfernt. Nach weiteren Therapien gilt nun die Sängerin als krebsfrei. „Ich muss nur noch einige Tabletten nehmen.“

Während der ganzen Monate des Kämpfens habe sie nie an den Tod gedacht. „Wenn es soweit ist, ist es soweit. Aber noch nicht bei mir. Ich will weiter Theater spielen.“

Und so brechen für die Lütte nun wieder „Himmlische Zeiten“ an. Vom 20. bis 28. August ist sie mit dem Stück im Berliner Schlosspark-Theater zu sehen. „Im September geht es wieder auf Tour.“