Der Haltepunkt Fangschleuse wird öfter angefahren und bekommt eine Busverbindung zur neuen Tesla-Fabrik. Foto: Gerhard Lehrke

Tesla baut noch an seiner Elektroauto-Fabrik, aber schon am 13. Dezember wird ihre Verkehrsanbindung mit dem Fahrplanwechsel der Bahn in einem ersten Schritt deutlich verbessert. Dann halten die Züge des Regional-Express RE1 pro Richtung bis auf den sehr frühen Morgen und den späten Abend zweimal pro Stunde an der Station Fangschleuse. Bislang gilt an der Station, neben der es nichts als ein griechisches Lokal, ein Wohnhaus, einen Bauhof, eine Schreinerei und zwei Parkplätze gibt, ein Stundentakt. 2022 soll ein 20-Minuten-Takt eingerichtet werden.

Sandra Langbeck (37) aus Freienbrink ist froh über den dichteren Takt. Sie arbeitet in Berlin, und wenn sie einen Termin dort hat, muss sie bislang wegen der selten fahrenden Züge oft viel zu früh fahren, weil sie mit dem nächsten RE 1 zu spät käme. Foto: Lehrke

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Mit dem Fahrplanwechsel wird die Busgesellschaft Oder-Spree auch eine neue Linie 419 in Betrieb nehmen, die den vorwiegend von Bewohnern Freienbrinks und Grünheides genutzten Haltepunkt mit dem Tesla-Areal und dem Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink verbindet. In weniger als fünf Minuten soll der Bus das Tesla-Werk erreichen.

Bislang rauschen viele Züge des RE1 ohne Halt durch die Station Fangschleuse. Foto: Gerhard Lehrke

Die Fahrpläne des Busses, die wie die künftigen des RE1 bereits bei der App und dem Onlineauftritt des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) einsehbar sind, werden zunächst allerdings für die „Bedürfnisse des GVZ ausgerichtet“, wie der VBB mitteilte.

Tesla wird eigene Busse einsetzen

Wenn die Tesla-Fabrik ihren Betrieb aufnimmt, will das Unternehmen zu Schichtbeginn und Schichtende Shuttlebusse zu den Bahnhöfen Fangschleuse und Erkner einrichten. Es wird noch geprüft, ob Tesla-Busse Königs Wusterhausen und Strausberg anfahren werden. Der RE1, östlich Berlins in Vor-Corona-Zeiten von täglich 15.000 Menschen genutzt, verbindet Magdeburg über Brandenburg/Havel und Berlin mit Frankfurt (Oder), Cottbus und Eisenhüttenstadt, kann also Beschäftigte aus den Städten zur Arbeit bei Tesla bringen.

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Arne Christiani, parteiloser Bürgermeister von Grünheide, kann von weiteren Verkehrsplanungen berichten. Am 15. Dezember soll die Gemeindevertretung beispielsweise über einen Bebauungsplan entscheiden, der den Bau einer Straßenbrücke über die Bahnstrecke ermöglicht.

Das alte Bahnhofsgebäude Fangschleuse ist baufällig, soll aber restauriert werden. Foto: Gerhard Lehrke

Die Brücke soll etwa hundert Meter östlich des beschrankten Bahnübergangs der Landesstraße 23 am Haltepunkt Fangschleuse entstehen, die Straße entsprechend verschwenkt werden. Denn, so sagt Christiani: „Wenn die Fabrik im Vollbetrieb ist, Güterzüge Material bringen und fertige Fahrzeuge holen, gehen die Schranken gar nicht mehr auf.“

Haltepunkt soll verschoben werden

Mittelfristig sei vorgesehen, den Haltepunkt rund 1,5 Kilometer nach Westen zu verlegen. Christiani: „Wenn in der Endstufe 40.000 Menschen bei Tesla arbeiten und 10.000 davon wie erwartet mit der Bahn kommen, ist es unmöglich, sie alle mit dem Bus vom jetzigen Bahnhof zur Fabrik zu bringen.“ Von der neuen Station aus könnten sie ihren Arbeitsplatz dagegen zu Fuß erreichen.

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Schließlich ist eine neue Landesstraße vorgesehen, die auf der Südseite der Bahnlinie vom heutigen Haltepunkt Fangschleuse bis zum künftigen Autobahnanschluss Freienbrink-Nord führt.

Der Bau des Tesla-Werks kann unterdessen weitergehen, obwohl noch keine Gesamtgenehmigung vorliegt: Das Landesumweltamt genehmigte jetzt den Einbau einer Lackieranlage, unter der Bedingung sparsamen Wasser- und Lösemittelverbrauchs. Bereits am Montag war genehmigt worden, dass Tesla weitere 83 Hektar Forst roden darf. Bisher fielen 92 Hektar Kiefernforst.