Probe zu einer Aufführung in der Berliner Staatsoper Unter den Linden: Besucher müssen hier weiter Maske tragen. dpa/Jörg Carstensen

Es klingt paradox: Die Maskenpflicht fällt, und doch bleibt sie an zahlreichen Orten in Berlin bestehen. Der Grund liegt zum einen darin, dass das Infektionsschutzgesetz des Bundes bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens von den Lockerungen ausnimmt. Dazu gehören der öffentliche Personennahverkehr und Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäuser, Tageskliniken, Pflegeeinrichtungen und Obdachlosenunterkünfte. In diesen Einrichtungen gilt die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen für Besucher, Patienten und deren Begleitpersonen sowie für Bewohner, wenn sie sich außerhalb ihres eigenen Zimmers aufhalten. Ausgenommen sind Schwerstkranke. Beschäftigte müssen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten in geschlossenen Räumen und auch im Freien Maske tragen.

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Theater, Opern, Konzertsäle und Museen wollen an der Maskenpflicht festhalten

Zum anderen gilt sowohl in öffentlichen Einrichtungen als auch bei privaten Unternehmen ein Hausrecht, in der eine Maskenpflicht zum Betreten vorgeschrieben werden kann. Auf dieser Grundlage haben sich wichtige Kulturinstitutionen in Berlin dazu entschieden, auch nach dem Wegfall der meisten Corona-Regelungen an einer Maskenpflicht festzuhalten. Das bestätigten führende Theater und Opernhäuser der Hauptstadt am Mittwoch auf Anfrage. Gelten soll dann etwa in den drei großen Häusern Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper und Komische Oper nicht nur eine Empfehlung, sondern eine Pflicht zum Tragen von Masken sowohl in den Foyers als auch am Platz.

Entsprechend wollen auch Deutsches Theater und Berliner Ensemble agieren. Bei Schaubühne, Volksbühne und in der Philharmonie sind ebenfalls solche Regelungen im Gespräch. Auch beim Deutschen Historischen Museum und im Humboldt-Forum ist eine Maskenpflicht weiter vorgesehen, andere Museen sind noch in der Abstimmung. Eine allgemeine Empfehlung vonseiten der Berliner Kulturverwaltung wird für diesen Donnerstag erwartet.

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„Wir wollen unserem Publikum weiterhin einen sicheren und angenehmen Theaterbesuch am Berliner Ensemble ermöglichen und werden deshalb unsere Schutzmaßnahmen Schritt für Schritt und mit Umsicht anpassen“, sagte Intendant Oliver Reese. Um Ansteckungsmöglichkeiten weiterhin zu minimieren, solle die Maskenpflicht im April auch während der Vorstellungen beibehalten werden. Das Publikum werde beim Einlass und in den Foyers gebeten, auf Abstände zu achten.

Yorck-Kinos und Clubs verzichten auf Maskenpflicht

Die bisher üblichen Kontrollen von Impfnachweisen fallen bei den meisten Einrichtungen dagegen weg. Das erleichtere auch den Einlass, hieß es übereinstimmend. Das Humboldt-Forum will bei Veranstaltungen und Führungen weiter Impfnachweise kontrollieren.

In den Berliner Yorck-Kinos soll es keine Maskenpflicht geben, „aber wir bitten um gegenseitige Rücksichtnahme und das freiwillige Tragen von Masken bis zum Sitzplatz“. In den Sälen werde es vorerst weiterhin einen Platz Abstand zwischen den Besuchergruppen geben, hieß es.

Die Berliner Clubs werden dagegen schon am Freitag ohne Einschränkungen öffnen, so ein Sprecher des Dachverbands Clubcommission gegenüber der Berliner Zeitung. „Die Maskenpflicht ist während der gesamten Pandemie nie ein Thema gewesen, denn Clubkultur ist mit Maske nicht möglich.“ Auch nach Impf- oder Genesenennachweisen wird dann nicht mehr gefragt.

Große Handelsunternehmen hatten angekündigt, das Tragen von Masken nicht mehr vorzuschreiben. Doch einige Lebensmittelhändler und Drogerieketten halten sich noch bedeckt, erklärten lediglich, dass man die staatlichen Vorgaben stets umsetze. Wie es nächste Woche bei ihnen konkret weitergeht, ließen zum Beispiel Rewe, Lidl und dm offen. Der Lebensmittelhändler Globus mit 53 Märkten legte sich fest: „Wenn die Maskenpflicht fällt, fällt diese auch in unseren Markthallen weg“, sagte Globus-Manager Sascha De Rosa. Mitarbeitern und Kunden stehe es frei, „weiterhin eine Maske zu tragen, um sich und andere dadurch zu schützen“.