Zwei Frauen liegen am Strand El Arenal auf Mallorca auf Liegestühlen. dpa/Clara Margais

Die Zeit fallender Corona-Zahlen in Deutschland ist vorbei, seit mehr als einer Woche steigt die Sieben-Tage-Inzidenz Tag für Tag an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 7,1 – am Vortag betrug der Wert 6,5, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. In Berlin liegt die Inzidenz laut Corona-Lagebericht vom Vortag bereits bei 9,2! In fünf Berliner Bezirken ist die Inzidenz nunmehr bereits zweistellig: Die höchste weist Mitte mit 15,8 auf, gefolgt von Kreuzberg mit 14,1. Es folgen Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf sowie Spandau. 99 neue Corona-Fälle wurden in Berlin demnach binnen 24 Stunden gemeldet. Bundesweit verzeichnen die Gesundheitsämter laut RKI binnen eines Tages 1548 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.50 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 985 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Fachleute wie der Virologe Alexander Kekulé kritisieren dies mit dem Hinweis, entsprechende Meldungen gingen erst mit langer Verzögerung nach der Ansteckung ein.

Anzahl der Todesfälle bundesweit gesunken

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 48 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.738.683 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.636.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.287.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten vom Dienstag bei 1,11 und befand sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

Gesundheitsbehörde: Mehrzahl infizierter Reiserückkehrer kam aus Spanien

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat Reiserückkehrer für den leichten Anstieg der Corona-Inzidenz verantwortlich gemacht. „Das Reisegeschehen macht einen deutlichen Eindruck auf das Infektionsgeschehen“, sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Dienstag. In der vergangenen Woche hätten sich 37 Menschen aus Hamburg im Ausland infiziert, allein 22 in Spanien. Das sei ein erheblicher Anteil an den gesamten Neuinfektionen. In der vergangenen Woche wurden 217 neue Fälle in Hamburg gezählt, der Anteil der Reiserückkehrer-Infektionen beträgt also 17 Prozent.

Zwar könne man nur nach einem negativen Test ins Flugzeug steigen, aber es sei möglich, dass der Schnelltest eine unmittelbar zuvor erfolgte Infektion nicht erkenne, erklärte Helfrich. „Wenn man von einer Reise zurückkommt, dann soll man eine Quarantäne einhalten, zum Teil ist das auch vorgeschrieben“, sagte der Sprecher. Wenn das Gesundheitsamt Anhaltspunkte habe, dass es sich um eine Virusvariante wie Delta handele, müssten auch vollständig Geimpfte in Quarantäne gehen.