Am 16. Mai gibt es eine totale Mondfinsternis. Der rote Blutmond ist allerdings nur in Amerika zu sehen. Imago/Simon

Es passiert äußerst selten und ist immer ein großes Spektakel: eine von Deutschland aus sichtbare totale Mond- oder Sonnenfinsternis. Während wir auf die nächste Sonnenfinsternis noch bis zum 3. September 2081 (!) warten müssen, verfinstert sich der Mond schon in gut drei Wochen. Und weil es der Mond ist: Wer live zusehen will, wie der Erdtrabant verschwindet, muss früh aufstehen. Wir sagen Ihnen, auf wann Mondsüchtige in Berlin, Hamburg oder München den Wecker stellen müssen und welche Konstellationen Sie im Mai außerdem am Himmelsfirmament bestaunen können.

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Das kosmische Schattenspiel findet in den frühen Morgenstunden am Montag, den 16. Mai, statt. Allerdings ist von Deutschland aus nicht das Finale der Mondfinsternis zu verfolgen. Denn noch vor Mitte der Finsternis geht der Mond bei uns unter.

Mit Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde um 4.28 Uhr beginnt bei uns der sichtbare Teil der Mondfinsternis. Die Totalität beginnt dann um 5.29 Uhr. In der Mitte Deutschlands geht der Mond um 5.35 Uhr unter. Drei Minuten zuvor ist bereits die Sonne aufgegangen.

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Am 16. Juli 2019: Der Mond ist während einer partiellen Mondfinsternis hinter der Quadriga des Brandenburger Tors zu sehen. dpa/Pedersen

In Berlin erfolgt der Monduntergang um 5.11 Uhr, in Hamburg um 5.20 Uhr und in München um 5.36 Uhr.

Der rote Blutmond ist nur in Amerika zu sehen

Noch mehr von der Mondfinsternis haben Urlauber, die sich westlich von Deutschland erholen. Am besten in Europa ist das Spektakel in Spanien und Portugal zu sehen. Aber wer den typisch roten Blutmond bestaunen will, der bei einer totalen Mondfinsternis entsteht, muss in Mittel- oder Südamerika oder im Süden Nordamerikas aufhalten.

Wer am 16. Mai keine Zeit hat: Die nächste von Deutschland aus sichtbare Mondfinsternis findet am 28. Oktober 2023 statt. Das ist das allerdings nur eine partielle: Ihre Größe beträgt nur 13 Prozent des Mondscheibendurchmessers.

Die totale Mondfinsternis ist allerdings nicht die einzige Konstellationen, die Sie in den kommenden Tagen am Himmelsfirmament bestaunen können. Wir erklären, worauf Sie wann Ihre Blicke (und Fernrohre) richten können.

Die Mai-Aquariden bringen einen Sternschnuppen-Regen

Mai-Aquariden: sind den ganzen Monat über aktiv. Es handelt sich um schnelle Sternschnuppen mit Eindringgeschwindigkeiten in die Erdatmosphäre um 234.000 Kilometer pro Stunde. Ihr Ursprungskomet ist der Halleysche Komet. Das Maximum ist um den 5. Mai zu erwarten. Wegen des bei uns recht tief stehenden Radianten sehen wir hierzulande nur wenig Sternschnuppen. Aber in südlichen Ländern sind bis zu zwanzig Meteore pro Stunde zu erwarten.

Merkur: kann unter günstigen Sichtbedingungen noch in den ersten Mai-Tagen in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Nordwesthorizont erspäht werden. Die extrem schmale Mondsichel zieht am 2. Mai südlich am Merkur vorbei.

Venus: bleibt Morgenstern. Ihre Aufgänge erfolgen immer früher. Allerdings erscheint auch die Sonne immer früher. Am 27. Mai kommt es zu einer Begegnung mit der dünnen Sichel des abnehmenden Mondes – ein hübscher Anblick am Osthimmel gegen 4 Uhr morgens.

Mars: taucht immer früher in der zweiten Nachthälfte auf und nimmt merkbar an Helligkeit zu. Der Rote Planet wandert durch den Wassermann und wechselt am 19. Mai in das Sternbild Fische. Ende Mai geht Mars bereits um 4 Uhr morgens auf.

Jupiter: ist Planet am Morgenhimmel. Der Riesenplanet zieht seine Bahn durch das Sternbild Fische. Jupiter wird von Mars verfolgt, der wesentlich schneller durch den Tierkreis läuft. Am 29. Mai überholt der Rote Planet knapp südlich den Riesenplaneten. Mars ist erheblich lichtschwächer als Jupiter, der nur noch von Venus im Glanz übertrumpft wird.

Saturn: Wird zum Planeten der zweiten Nachthälfte. Er wandert durch das Sternbild Steinbock, wobei er Ende Mai fast völlig stehenbleibt. Am 22. Mai wird der Ringplanet vom abnehmenden Halbmond besucht. Am 1. Mai geht Saturn kurz nach 3.30 Uhr auf, Ende Mai schon um 1.44 Uhr. Jeweils etwa zwanzig Minuten nach seinem Aufgang wird der Ringplanet erkennbar.

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Fixsternhimmel: Hier ist leicht das markante Frühlingsdreieck auszumachen. Es setzt sich aus den drei hellen Sternen Regulus im Löwen, Arktur im Bootes und Spica in der Jungfrau zusammen. Der Südosthimmel macht einen recht sternarmen Eindruck. Das Sternbild Waage ist nicht besonders auffällig, man muss es schon bewusst suchen. Der Waage folgt im Tierkreis der Skorpion, der sich eben anschickt aufzugehen. Sein heller, roter Hauptstern Antares passiert gerade die Horizontlinie. In der Antike deuteten die Sterne der Waage noch die Scheren des Skorpions an. Im Südosten erhebt sich das aufgehende Bild des Schlangenträgers mit der Schlange.

Himmelswagen: Steht hoch über unseren Köpfen fast im Zenit. Auch die Jungfrau schreitet eben durch die Mittagslinie. Zwischen der Jungfrau und dem Großen Wagen ist außer dem Sternbild Jagdhunde auch das Haar der Berenike zu finden. Dieses Sternbild ist recht lichtschwach, setzt sich aber aus zahlreichen Sternen zusammen. Es wirkt besonders gut, wenn man diese Gegend mit einem lichtstarken Fernglas absucht.