Ein Schiff der gewaltigen Halle, in der die Polizei sichergestellte Kraftfahrzeuge unterbringt und untersucht. imago/Joko

Einer der vielen unendlich scheinenden Planungsvorgänge Berlins scheint einem glücklichen Ende zuzugehen: Das einstige Straßenbahndepot in Schönebergs Belziger Straße wird von der Polizei geräumt und soll kulturell genutzt werden.

Mindestens seit 2013 wird darüber nachgedacht, was aus der 11.000 Quadratmeter großen, dreischiffigen Halle von 1899 werden soll,  die 1964 von der BVG stillgelegt worden war. 1968 wurde sie der Ort, an dem die Polizei nach Unfällen sichergestellte und beschlagnahmte Autos abstellt und untersucht. Auch der Fuhrpark des Senats wurde hier untergebracht.

Der ist inzwischen an den Tegeler Weg verlegt worden, Ende 2021 oder Anfang 2022 soll die Polizei sukzessive ausziehen: Dann dürfte eine Ersatzhalle auf dem Polizeigelände an der Lankwitzer Cecilienstraße fertiggestellt sein. Das hatte sich laut der landeseigenen Berliner Immobilienmanagementgesellschaft (BIM) und der Senatsinnenverwaltung verzögert, weil Mangel an Stahl und Bauholz herrschte und sich für den Innenausbau keine Firmen fanden.

Probebühne für Staatstheater, Übungsräume für Musikschüler

Die Senatskulturverwaltung von Klaus Lederer (Linke) teilte auf Anfrage mit, dass sie zwei der drei Schiffe „bespielen“ will. Einmal als Probebühnen-Zentrum für die Staatstheater, da sei die Lage in der Innenstadt prekär. Zum Zweiten als Künstler-Ateliers im Rahmen des Berliner Arbeitsraumprogramms.

Das Depot der „Großen Berliner Straßenbahn“ im Jahr 1914. Wikipedia

Jörg Oltmann (Grüne), Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg, sagte dem KURIER, dass man Ideen einer Bürgerbeteiligung von 2017 für die Nutzung aufgreifen wolle. Das Hallen-Schiff, das für den Bezirk übrig bliebe, soll für die Musik- und die Volkshochschule genutzt werden. „Einen Teil sehen wir als ,Allmende‘-Raum, den Bürger für kulturelle Projekte nutzen können.“

Vorbild für die Nutzung alter Gebäude sei im Bezirk die Alte Mälzerei, in der Musik- und Volkshochschule sowie eine Bibliothek untergebracht wurden.

Eines ist jedoch laut Oltmann noch ungeklärt: Was das alles kosten soll. Finanz-Staatssekretärin Vera Junker schrieb in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von „umfangreichen Sanierungsmaßnahmen“, die weit über die weit gefassten Umzugskosten von 35.000 Euro hinausgehen dürften.