Altenpfleger Dennis Schoneveld (33) hat für die einsamen Bewohner des Domizil-Pflegeheims in Mariendorf eine Aktion gestartet, damit auch diese Menschen zu Weihnachten Geschenke bekommen. Foto: Sabine Gudath

Das Weihnachtsfest wird in diesem Jahr anders – zu spüren bekommen das auch Senioren, die in den Pflegeheimen der Stadt wohnen. Vielen steht, auch aufgrund von Corona, ein einsames Fest bevor. Der Berliner Dennis Schoneveld (33) arbeitet selbst als Altenpfleger in einem Seniorenheim. Er will seinen Bewohnern die Weihnachtstage so schön wie möglich machen, ruft zu einer besonderen Aktion auf.

Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ feiert große Erfolge: Jedes Jahr packen Freiwillige in ganz Deutschland kleine Päckchen, die dann Kindern in armen Ländern geschickt werden. In Berlin gibt es das nun auch für Senioren – denn viele von ihnen werden es an den Weihnachtstagen schwer haben. Sie sind allein, leben in Pflegeheimen, bekommen durch die Corona-Situation weniger Besuch.

Corona hat die Situation vieler älterer Menschen verschlimmert

Initiiert wurde die Aktion von Dennis Schoneveld, der selbst als Altenpfleger im Domizil-Pflegeheim in Mariendorf arbeitet. „Auch wir haben Bewohner, die niemanden mehr haben“, sagt er. Er bat im Netz um kleine Überraschungs-Päckchen für die alten Leutchen seines Pflegeheims. Die Resonanz: überwältigend. „Ich habe Hunderte Nachrichten bekommen, kam teilweise mit dem Antworten gar nicht hinterher. Es ist so schön, wie viele Menschen helfen wollen!“

Wie wichtig das ist, sieht der 33-Jährige jeden Tag: Die Corona-Lockdowns haben die Situation vieler alter Menschen verschlimmert. „Es war am Anfang nicht leicht, den teilweise dementen Patienten beizubringen, warum sie nun keinen Besuch mehr bekommen“, erzählt er. Feste fielen aus – „und sogar die Therapeuten, die Gymnastik-Angebote machen, konnten teilweise nicht mehr kommen“.

Natürlich ist die Arbeit anstrengend und unterbezahlt. Aber durch die Gespräche mit den alten Menschen gewinnt man Lebenserfahrung. Man muss ihnen nur gut zuhören.

Dennis Schoneveld, Altenpfleger

Schlimme Szenen hätten sich abgespielt, als der erste Lockdown beendet war. „Aufgrund der langen Besuchspause gab es Bewohner, die ihre Angehörigen nicht mehr erkannten. Sie haben geweint, hatten Angst“, sagt Schoneveld. „Das war und ist für alle sehr traurig.“ Auch Weihnachtsfeiern müssen unter besonderen Bedingungen stattfinden, getrennt nach Bereichen, mit nur wenigen Bewohnern auf einmal.

Die Geschenk-Kisten sollen bei den alten Menschen für ein Lächeln sorgen. Hinein kommt, was das Herz begehrt, nur keine Lebensmittel, die gekühlt werden müssen. „Gut geeignet wären Hygieneartikel wie Duschzeug oder eine Zahnbürste“, sagt Schoneveld. „Aber auch über Socken, Rätselhefte oder einen Brief freuen sich die Leute.“ Wichtig ist: Es sollte eine Liste über den Inhalt beiliegen. „Denn ich ordne die Päckchen dann so zu, dass es zu den Bewohnern passt.“

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Der 33-Jährige freut sich über die Resonanz – und hofft, dass sich noch mehr Menschen beteiligen. Schon seit seinem zehnten Lebensjahr ist er mit dem Thema Pflege beschäftigt. „Damals habe ich meine demenzkranke Oma gepflegt, sie später im Heim bis zu ihrem Tod begleitet.“ Schoneveld hofft auch, dass sein Projekt Schule macht. „Denn alte Menschen werden oft vergessen. Aber sie gehören zu uns.“

Bis zum 18. Dezember können Päckchen eingeschickt werden. Adresse: Domizil Alt-Mariendorf, Dennis Schoneveld, Mariendorfer Damm 148–150, 12107 Berlin