In der Nacht zu Sonntag mussten vier Rettungswagen zum Abi-Ball in der Columbiahalle fahren. Da ging es etlichen Feierwütigen gar nicht gut.
In der Nacht zu Sonntag mussten vier Rettungswagen zum Abi-Ball in der Columbiahalle fahren. Da ging es etlichen Feierwütigen gar nicht gut. Lehrke

Die Abi-Feier der Spandauer Martin-Buber-Oberschule lief in der Nacht zu Sonntag aus dem Ruder. Zu viel Hitze und augenscheinlich zu viel Alkohol: Da musste die Feuerwehr zu einem zweistündigen Einsatz anrücken. Neun der 370 Besucher wurden behandelt, drei mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

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Vier Rettungswagen-Besatzungen und ein Notarzt-Team im Einsatz

Kurz vor 0.30 Uhr kam der erste Notruf aus der Tempelhofer Columbiahalle. Es ginge jemandem schlecht. Der erste Rettungswagen (RTW) steuerte den Columbiadamm an, kurz danach wurde der nächste alarmiert.

Kaum waren die beiden RTW weg, bat erneut jemand über 112 um Hilfe. Am Ende waren es vier RTW, ein Notarzt- und ein Gerätewagen, deren Besatzungen sich um die torkelnden, hilflos vor der Tür sitzenden oder ihren Mageninhalt von sich gebenden Besucher kümmern mussten.  Erst um 2.30 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.

Da hatte der Veranstalter die Party gerade beendet.

Feuerwehr ist nicht gut auf Abi-Feiern zu sprechen

Ein Feuerwehrsprecher wies darauf hin, dass sich vor zwei Jahren am gleichen Ort ähnliche Szenen abgespielt hätten: Abi-Feiern seien inzwischen dafür bekannt. Wenn mehrere hundert Menschen zusammenkämen, viel Alkohol im Spiel sei und kein Sanitätsdienst am Ort ist, werde eben die Feuerwehr gerufen, wenn es jemandem schlecht geht.

Die hat ja sonst nichts zu  tun ...

Ob es am Ende der Alkohol war, der den Partygängern zugesetzt hatte, konnte der Sprecher nur mutmaßen.

Das Angebot jedenfalls hatte es in sich: Jenseits der Freigetränke, die mit dem Eintritt abgegolten waren, konnte man sich mit alkoholischen Cocktails (10 bis 12 Euro), Aperol Spritz (7 Euro), Longdrinks mit 4 cl Wodka, Gin, Whiskey oder Rum (9 Euro) oder diversen Spirituosen (3 bis 6 Euro nach Art und Menge) die Kante geben. Bei Bedarf wurde eine Literflasche Wodka plus sechs Energy-Drinks  gereicht, für lockere 150 Euro, wie es eine Getränkekarte ausweist.

Schlägereien und ein Polizeieinsatz mit 30 Mann

Während der Anwesenheit der Feuerwehr sei es noch zu zwei Schlägereien unter den Gästen der von einem Unternehmen organisierten Abi-Feier gekommen, berichtete der Sprecher, eine in der Halle, eine vor der Tür.

Die Situation hatte sich jenseits des medizinischen Notfalls so zugespitzt, dass die Polizei mit 30 Mann anrückte, Halle und Vorplatz gegen 2.30 Uhr räumte. Verzeichnet wurden zwei Mal Widerstand gegen Beamte, zwei Beleidigungen und eine Körperverletzung zwischen Gästen.

Der Verdacht, die teilweise diagnostizierten „Bewusstseinstrübungen“ hätten andere Drogen als Alkohol als Ursache, konnte nicht bestätigt werden.