Hier ist noch genug Wasser da: Das Naturschutzgebiet Karower Teiche zwischen Panke, Pankgrafenstraße, Bucher Straße und Berliner Ring gelegen. Imago/Ritter

Berlin und Brandenburg trocknen aus. Das sieht man auch im Kleinen. Einstmals gehörten zur Hönower Weiherkette noch zwölf kleine Seen am Stadtrand Berlins. Mit Schwänen und Enten. Doch heute führen nur noch der Bogensee und Entenpfuhl ein wenig Wasser, der Rest ist ausgetrocknet und zugewuchert. Rettung ist nicht in Sicht. Auch der Frühling 2022 war wieder viel zu trocken. Besonders schlimm sind die aktuellen Werte für Berlin: Kein Bundesland ist trockener.

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Der Frühling 2022 ist in Berlin und Brandenburg von wenig Niederschlag, relativ milden Temperaturen und zahlreichen Sonnenstunden geprägt gewesen. Die Hauptstadt war mit lediglich rund 55 Litern Niederschlag pro Quadratmeter von März bis Mai das trockenste Gebiet Deutschlands, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel lag die Menge bei etwa 132 Litern pro Quadratmeter.

Brandenburg ist das zweittrockenste Bundesland

Ersten Berechnungen des DWD zufolge lag die Durchschnittstemperatur in Berlin mit 9,9 Grad über dem vieljährigen Mittelwert von 8,7 Grad, sodass sich die Hauptstadt bei den vergleichsweise warmen Regionen einordnete. Die Sonne zeigte sich mehr als 680 Stunden (507 Stunden).

Brandenburg war den Daten nach in diesem Frühjahr das zweittrockenste Bundesland mit aufgerundet 60 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. Mit örtlich weniger als 40 Litern pro Quadratmeter zählten die Uckermark und der Oderbruch zu den niederschlagärmsten Regionen. Die DWD-Klimaexperten errechneten für das Land eine Durchschnittstemperatur von 9,1 Grad, die ebenfalls deutlich über dem vieljährigen Mittelwert von 8,2 Grad lag. Außerdem schien in Brandenburg ebenfalls deutlich länger die Sonne – nämlich 685 Stunden.

Berlin: Knapp die Hälfte der Kleingewässer ist in einem mangelhaften Zustand

Bundesweit war der Frühling 2022 wieder deutlich zu warm, nachdem deutlich zu kühle Temperaturen im vergangenen Jahr eine Serie zu warmer Frühlinge in Deutschland unterbrochen hatten. 2022 war den Daten nach der drittsonnigste Frühling seit Messbeginn 1951 – und der neunte zu trockene Frühling in Folge. Für die vorläufige Bilanz wertet der DWD die Daten von rund 2000 Messstationen aus.

Und das sind schlechte Nachrichten für Berlins Gewässer. Denen es sowieso schon schlecht geht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Berliner Kleingewässer von sechs Bezirken untersucht, wie RBB24 schreibt. Das ernüchternde Ergebnis: Knapp die Hälfte der untersuchten Gewässer ist in einem mangelhaften Zustand, 37,6 Prozent sind bereits ausgetrocknet.

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Für den Wiederbelebung der Hönower Weiherkette kämpft inzwischen eine Bürgerinitiative. Die „Schutzgemeinschaft Hönower Weiherkette“ fordert, dass die „historischen Toteislöcher“ erhalten und wiedervernässt werden, den Erhalt von Freiflächen und die Entsiegelung geeigneter Flächen und dass die ganze Weiherkette als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird.