Eine Krankenschwester führt einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus durch.
Eine Krankenschwester führt einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus durch. dpa/EUROPA PRESS/Carlos Luján

Dramatische Entwicklung in Sachen der aktuell auch in Berlin grassierenden Affenpocken-Infektionen: Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge sind in den Vereinigten Staaten schon zwei Fälle von Affenpocken bei Kindern aufgetreten. Beide Infektionen wurden in dieser Woche bestätigt, wie Jennifer McQuiston, Vize-Abteilungsleiterin beim CDC, mitteilte. In den USA gebe es inzwischen mehr als 2800 nachgewiesene Fälle.

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Affenpocken bei zwei Kindern diagnostiziert

Bei den Affenpocken können Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten, Entzündungen in der Genital- und Analregion sowie Fieber, Schüttelfrost und Muskelschmerzen auftreten. In der Regel verläuft die Krankheit nicht tödlich. Die meisten Betroffenen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit Männer, die Sex mit anderen Männern haben. Generell kann sich aber jeder infizieren, der engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hat.

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In der heutigen Gesellschaft sei es normal, mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt zu haben, sagte McQuiston. „Und obwohl sich dieser Ausbruch gerade in einem bestimmten sozialen Umfeld ausbreitet, haben wir von Anfang an darauf hingewiesen, dass es auch Fälle außerhalb dieser Netzwerke geben kann und dass wir bereit sein müssen, darauf zu reagieren.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Affenpocken-Ausbruch in mehr als 50 Ländern zu einer „Notlage von internationaler Tragweite“ erklärt. Das gab WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Einstufung soll die Aufmerksamkeit der Mitgliedsländer erhöhen, hat aber keine direkten praktischen Folgen, denn die Regierungen entscheiden selbst über etwaige Maßnahmen in ihren Ländern.

Berliner Senat fordert mehr Affenpocken-Impfstoff vom Bund

In Berlin hat der Senat unterdessen mehr Impfstoff gegen die Affenpocken von der Bundesregierung gefordert. „Wir appellieren dringend an den Bund, zusätzlichen Impfstoff zu liefern“, erklärte Gesundheitsstaatssekretär Thomas Götz (Bündnis 90/Die Grünen). Er sprach von einem erfolgreichen Impfstart gegen das Affenpockenvirus in der Stadt, die Impfbereitschaft sei erfreulicherweise sehr hoch. „Allerdings müssen die wenigen vorhandenen Impfdosen sehr stark priorisiert werden, sodass nicht alle Personen aus der Risikogruppe sofort ein Impfangebot erhalten können.“

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Der Berliner Senat fordert vom Bund, mehr Impfdosen gegen die Affenpocken zu erhalten.
Der Berliner Senat fordert vom Bund, mehr Impfdosen gegen die Affenpocken zu erhalten. dpa/Sven Hoppe

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Götz erinnerte daran, dass mehr als die Hälfte der bundesweiten Infektionen in der Hauptstadt registriert wurde. „Berlin muss bei der Verteilung priorisiert werden. Wenn der Ausbruch in Berlin eingedämmt werden kann, profitieren davon auch die anderen Bundesländer.“ Das Robert-Koch-Institut wies am Freitag auf seiner Webseite bundesweit 2268 Affenpocken-Fälle aus. In Berlin wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales mit Stand 19. Juli 1140 Nachweise des Erregers gemeldet.

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