Eine Kinderarztpraxis - heute bleiben in Berlin viel Praxen geschlossen. 
Eine Kinderarztpraxis - heute bleiben in Berlin viel Praxen geschlossen.  imago stock&people / Lars Berg 

Gerade beginnt die Erkältungszeit, Schulkinder und Kitakinder kommen mit Halsweh und laufender Nase nach Hause. Wer heute mit seinem Kind zum Arzt muss, sollte sich auf geschlossene Praxen einstellen. Am Freitag wollen einige Kinderärzte ihre Praxen für einen Tag nicht öffnen - aus Protest. 

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Es geht um Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), gegen diese wollen Kinderärzte protestieren. Dazu hatte der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte aufgerufen. Etwa die Hälfte der Praxen in Berlin nehme an dem Protest teil, sagte der Sprecher des Landesverbandes. Demnach gibt es in Berlin rund 180 Praxen, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen.

Für Neupatienten soll es weniger Geld geben

Schon am Mittwoch hatten Hunderte Kassenärzte in mehreren Bundesländern gegen die Sparpläne des Gesundheitsministers protestiert. Die Mediziner wenden sich dagegen, dass sie für die Behandlung von Neupatienten künftig weniger Geld bekommen sollen.

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Flächendeckende Versorgung von Kindern nicht sicher

Schon jetzt sei die flächendeckende Versorgung von Kindern und Jugendlichen nicht mehr sichergestellt, hieß es in einer Mitteilung. „Diese Situation wird durch die Abschaffung der Neupatientenordnung weiter verschärft.“ Der Wegfall der Extra-Honorierung für Neupatienten in Praxen ist ein Bestandteil eines geplanten Finanzpakets, um die Krankenkassen zu entlasten. Neben der Beibehaltung dieser alten Regelung fordert der Verband mehr Digitalisierung und Wertschätzung der ambulant tätigen Fachkräfte.

Kinderarzt in Schöneberg: Jakob Maske. 
Kinderarzt in Schöneberg: Jakob Maske.  Praxis Pankok und Maske

Der Berliner Kinderarzt Jakob Maske, der auch Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V. ist, erklärte erst vor Kurzem in einem Interview: „Es wird zum Tagesgeschäft werden, dass Kinderärzte keine neuen Patienten mehr aufnehmen können. Dass die Versorgung schlechter werden wird, daran werden wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen. Vor allem ambulante Praxen, die über 90 Prozent der Patienten versorgen, werden schließen müssen, weil sie keinerlei Unterstützung erhalten.“