Einsatzkräfte der Feuerwehr simulieren zusammen mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG eine Rettungsaktion nach einem Badeunfall. imago/Christoph Hardt (Symbolbild)

Tragödie in Brandenburg! Nachdem ein Achtjähriger am Montagabend leblos aus dem Großen Lienewitzsee im brandenburgischen Michendorf geborgen worden ist, ermittelt die Polizei zu den Hintergründen des Unfalls. „Wir haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte Juliane Mutschischk, Sprecherin bei der Polizeidirektion West am Dienstag. Darin solle auch geklärt werden, warum der Junge unter Wasser geriet. Nach Angaben des DLRG ist dies der erste Badetote Brandenburgs in diesem Jahr. In Berlin war in der Vorwoche ein Mann im Weißen See ertrunken. Bundesweit habe es allein in den vergangenen 14 Tagen bereits mehr als 20 Fälle gegeben, sagte Sprecher Daniel Keip.

Das Kind aus Michendorf war nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Brandenburg (DLRG) mit mehreren Kindern und deren Eltern an dem See zwischen Potsdam und Beelitz. Seit 18 Uhr war er vermisst worden, die Polizei hatte um Hinweise gebeten. Rettungstaucher der Wasserwacht und der DLRG suchten am Strand und im Wasser nach dem Kind. Die Polizei war mit etwa 30 Beamten, einem Fährtenhund und dem Polizeihubschrauber im Einsatz. Um kurz nach 21 Uhr bargen die Rettungskräfte den leblosen Körper des Jungen aus dem Wasser. Ein Notarzt stellte den Tod des Kindes fest.

Kindern fehlt die Kraft, um Hilfe zu rufen

„Eltern sollten ihre Kinder am Wasser niemals aus den Augen lassen“, sagte Keip. Erwachsene hätten eine besondere Verantwortung – egal, ob das Kind 8 Jahre oder 14 Jahre alt sei. „Kinder ertrinken leise. Ihnen fehlt die Kraft, um noch um Hilfe zu rufen.“ Die Gefahren des Wasser würden häufig unterschätzt.

In Brandenburgs Schulen findet eigentlich 40 Stunden Schwimmunterricht statt. Durch die Corona-Pandemie und geschlossene Schwimmbäder sei der Unterricht jedoch ausgefallen. „Das müssen wir jetzt dringend nachholen“, sagte Keip. „Je mehr Schwimmer wir ausbilden, desto weniger solch trauriger Fälle haben wir.“ Der DLRG ist weiterhin auf aktive Mitglieder, die sich als Rettungsschwimmer ausbilden lassen, sowie Spenden angewiesen, um Brandenburgs Seen zu bewachen.