Acht Bewohner einer Senioren-Residenz in der Schorfheide sind nach einem Corona-Ausbruch gestorben (Symbolfoto).   AP/Martin Meissner

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Schorfheide am Werbellinsee sollen bereits acht Bewohner gestorben sein, wie der RBB berichtet. Insgesamt seien 42 Bewohner und 15 Mitarbeiter der Einrichtung im Ortsteil Altenhof an Covid-19 erkrankt, bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises Barnim dem Rundfunk Berlin-Brandenburg am Freitag.

Nur 50 Prozent des Personals geimpft 

„Es ist eine sehr ungünstige Situation in diesem Heim, weil zwar die Bewohner recht gut geimpft sind, aber die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben eine relativ geringe Impfquote“, sagte Amtsärztin Heike Zander dem Radiosender Antenne Brandenburg. „In dieser Einrichtung beträgt die lediglich ungefähr 50 Prozent.“

Das berge ein erhöhtes Risiko, sagte Zander dem Sender, „und das hat sich jetzt auch gezeigt“. Zander zeigte sich „unglücklich“ darüber, dass Impfungen in Pflegeeinrichtungen weiterhin freiwillig seien. „Das hat für mich auch was mit einer Berufseinstellung zu tun.“

Im Gegensatz zu Deutschland hatte im Juli das britische Parlament einer Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen in England zugestimmt. Von Oktober an müssen Heim-Mitarbeiter zwei Impfungen gegen das Virus vorweisen. Allerdings votierten mehrere Mitglieder der Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson am Dienstagabend gegen das Vorhaben. Sie kritisierten, dass die Regierung vor der Abstimmung keine Bewertung der Auswirkungen veröffentlicht hat.

Zuvor hatte bereits Frankreich eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen von September an erlassen. Kanzlerin Angela Merkel lehnt einen solchen Schritt für Deutschland ab.