Flughafen Tegel.  Foto: Annette Riedl/dpa

Menschen hasten mit Koffern und Taschen durch die Gänge. Die einen sind vielleicht gerade mit einem Flugzeug aus einem Corona-Risikogebiet gelandet, die anderen werden in den nächsten Stunden in den Urlaub starten. An manchen Stellen wird es eng. Ein ganz normaler Dienstagvormittag auf dem Flughafen Tegel in Corona-Zeiten.

Nur von dem angekündigten Testzentrum für Rückkehrer aus Risikogebieten ist nichts zu sehen. Dort sollen sich symptomfreie Ankommende freiwillig und kostenlos testen lassen können und damit – bei einem negativen Testergebnis - der obligatorischen Quarantäne entgehen. Wäre es nach dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gegangen, gäbe es bereits seit Montag solche Teststationen in Tegel und Schönefeld. Spektakulärer ist eine Deadline schon lange nicht mehr gerissen worden.

Dabei arbeiten Teams der Charité seit Tagen an einer Lösung für das komplexe Vorhaben. So landen an einem durchschnittlichen Wochentag rund 20 Maschinen aus Risikogebieten in Berlin. Die meisten davon kommen aus der Türkei, doch es sind auch Maschinen aus Doha in Katar, der Ukraine oder Nicht-EU-Staaten vom Balkan darunter. Bei einer durchschnittlichen Belegung eines Flugzeugs mit 150 Passagieren sind das bis zu 3000 potenzielle Testkunden pro Tag. Es drohen lange Warteschlangen. Viel Arbeit für Planung und Logistik.

Nach den Worten von Engelbert Lütke Daldrup steht dann auch allenfalls in etwa fest, ab wann gestesten werden kann. „Wir sind dabei, die Tests mit der Charité intensiv vorzubereiten. Im Moment gehen wir davon aus, dass von dieser Woche an freiwillige Tests möglich sind. Ab wann das genau ist, wollen wir morgen oder übermorgen mitteilen“, sagte er am Dienstag. Das klang ausreichend schwammig.

Konkreter wurde er bei der Benennung der Örtlichkeiten. „Wir wollen die Bereiche, in denen die Tests stattfinden, von den anderen Funktionen trennen. In Tegel werden wir wahrscheinlich das Terminal D dafür reservieren. Vorgesehen ist, die Passagiere sollen mit Bussen dorthin zu fahren.“ Am Dienstag dämmerte Terminal D noch in einem Corona-bedingten Dornröschenschlaf. Erst am Nachmittag sollte dort eine Maschine landen.

Und auch für den Flughafen Schönefeld konnte Lütke Daldrup eine Lösung präsentieren. Dort wolle man den provisorischen Warteraum auf dem Vorfeld, der Platz für rund tausend Menschen hat, nutzen, „außerdem das dortige Terminal D“. Auf beiden Flughäfen sollen die Tests stattfinden, nachdem die Fluggäste die Passkontrolle passiert und ihr Gepäck aufgenommen haben.

Fragt sich, ob die Kapazitäten auch für die nächste Woche noch ausreichen. Dann soll nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Corona-Test für Risiko-Rückkehrer verpflichtend werden. Dann stehen sicher noch mehr Menschen für einen Rachenabstrich an.