Josephine (Lucidez) auf dem Weg zu einer Karriere als Sängerin. 80 Pop-Songs hat sie schon geschrieben. Gerd Engelsmann

Josephine Helle (19) wollte schon als kleines Mädchen Sängerin werden und spielte heimlich im Keller auf dem Keyboard ihres Vaters. Jetzt ist sie dabei ihren Traum zu verwirklichen. Die Abiturientin aus Ahrensfelde hat bereits 80 Songs produziert. Ihre gefühlvollen Popballaden werden schon auf der ganzen Welt gehört und können bei mehreren Streamingdiensten im Internet heruntergeladen werden. Doch momentan macht ihr die Corona-Krise zu schaffen, weil sie nirgendwo auftreten kann. Der KURIER hat sie zu Hause in ihrem Tonstudio besucht. 

Gerd Engelsmann
Josephine in ihrem Tonstudio, das sie sich im Einfamilienhaus ihrer Eltern eingerichtet hat.

Ein Mischpult, ein Klavier, mehrere Gitarren und ein Schreibtisch mit PC stehen in dem Einfamilienhaus im Ortsteil Blumberg am Stadtrand von Berlin in einem seperaten Raum. Josephine, die mit Künstlernamen Lucidez (spanisch, übersetzt: Klarheit) heißt, lebt hier mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder und produziert hier auch ihre eigenen Songs. „Ich brauche etwa drei Tage für eine Aufnahme“, sagt sie. Und die Texte in deutsch und englisch schreibt sie auch selbst. „Ich verarbeite darin gern meine eigenen Emotionen und bringe meine Erlebnisse aus dem Alltag ein“, erklärt sie.

Im Song „Ausgenutzt“ geht es um Enttäuschungen. Es habe eine Situation in ihrem Leben gegeben, in der sie viel investiert, aber für die ihr wenig Wertschätzung entgegen gebracht worden sei. „Ich habe mit diesem Song alles gesagt, was ich sagen wollte und meinen  Frust  zum Ausdruck gebracht“, so die junge Frau. 

Gerd Engelsmann
Josephine begleitet ihre Songs mit ihrer Gitarre. Schon als Kind spielte sie am Keyboard ihres Vaters.

Ein erfahrener Gesangslehrer steht ihr zur Seite

Sobald sie ein neues Stück produziert hat, schläft sie erst ein paar Tage darüber, bevor sie es selbst für gut befindet und behält es erst einmal für sich. Sie sei da sehr selbstkritisch und manches, was ihr auf Anhieb gefalle, könne später schon nicht mehr ihren Ansprüchen genügen. Als Mentor steht ihr dabei ein erfahrener Gesangslehrer bei der Produktion zur Seite und nimmt ihre Lieder gemeinsam mit ihr ab. Nicht nur bei den Musik-Streamingdiensten wie Spotify können ihre Titel heruntergeladen werden, das Nachwuchstalent wird auch gern für Firmenfeiern und Geburtstage gebucht. „Meine Lieder werden nicht nur in Berlin und Brandenburg gehört, sondern auf der ganzen Welt, in Ländern wie der Schweiz, in China und in Vancouver“, sagt sie stolz.

Josphines Eltern bemerkten sehr früh das Talent ihrer Tochter und förderten es. Sie finanzierten ihrem Kind Gesangsstunden, damit es sich weiter entwickeln konnte. An meiner ehemaligen Schule in Süddeutschland habe ich schon bei Musikprojekten mitgemacht und mir Klavier und Gitarrespielen selbst per Youtube-Videos beigebracht. “, erzählt Josephine begeistert.

Gerade muss sie sich auf ihr Abitur und ihre Bewerbungen an den Universitäten vorbereiten und kann sich deshalb nur sehr wenig ihrer Gesangskarriere widmen. Sie will nach der Schule erst einmal Kommunikations-Design studieren, um sich nicht ausschließlich auf ihre Musik lucidez.de/lucidez/ zu fokussieren. Die Pandemie macht auch ihr das Leben schwer. „Ich hatte meinen letzten Auftritt im Oktober und momentan ist es wegen der Omikron-Variante sehr ruhig“, sagt sie. Hinzu käme die Sorge vor einer Infektion, weil viele ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen momentan positiv getestet seien. 

Trotz allem versucht Josephine, positiv in die Zukunft zu blicken. Wenn die Corona-Krise eines Tages vorbei ist, will sie auf Tournee gehen und Konzerte geben. Sie sagt: „Ich weiß, dass es anstrengend wird, aber ich stelle es mir schön vor, meine Songs mit anderen Menschen teilen zu können und sie meine Texte mitsingen zu hören.“