Polen, Slubice: Ein Grenzpfeiler in den Nationalfarben Polens steht nahe dem Grenzübergang Stadtbrücke zwischen dem polnischen Slubice und Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein.  dpa

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag Polen und die Schweiz als Hochrisikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Kinder unter zwölf Jahren müssen nur fünf Tage in Quarantäne.

Kleiner Grenzverkehr nicht betroffen - zum Tanken nach Polen ist erlaubt 

Der sogenannte kleine Grenzverkehr ist von den Einreisebestimmungen nicht betroffen. Wer sich demnach im Rahmen des Grenzverkehrs weniger als 24 Stunden in Polen aufgehalten hat, muss sich weder anmelden noch in häusliche Isolation begeben. Jedoch sind Grenzpendler, die über keinen Impf- oder Genenesennachweis verfügen, verpflichtet, sich zweimal pro Woche auf Corona testen zu lassen.

Quarantänepflicht nach einer Einreise aus Hochrisikogebiet

Mit der Schweiz ist ein beliebtes Winterreiseziel der Deutschen unter den neuen Hochrisikogebieten. Der Schweizer Hotelverband HotellerieSuisse nannte die Entscheidung „verheerend“. Die Quarantänepflicht würde sicher Gäste davon abhalten, Ferien in der Schweiz zu verbringen, sagte Verbandssprecherin Karin Sieber der Deutschen Presse-Agentur. Auch Maßnahmen der Schweiz selbst machten die Lage schwierig.

Ab Samstag müssen Einreisende aus allen Ländern, auch Geimpfte und Genesene, einen negativen PCR-Test vorlegen und nach der Einreise in die Schweiz einen weiteren Test machen. Zuvor sei die Schweizer Hotellerie noch zuversichtlich gewesen, die Talsohle durchschritten zu haben, sagte Sieber. Das habe sich innerhalb von wenigen Tagen geändert.

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Als Hochrisikogebiete werden in Deutschland Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Liechtenstein, Jordanien und Mauritius  auch Hochrisikogebiete

Auch Liechtenstein, Jordanien und Mauritius sind ab Sonntag Hochrisikogebiete. Damit automatisch verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Von der Risikoliste gestrichen werden Thailand, Usbekistan und St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. In den vergangenen Wochen wurden aber bereits zahlreiche EU-Staaten wieder auf die Risikoliste gesetzt, darunter auch die Nachbarländer Niederlande, Belgien und Österreich mit Ausnahme einzelner Gemeinden. Mit Polen und der Schweiz sind ab Sonntag fünf von acht Nachbarländern als Hochrisikogebiete eingestuft. Nur Dänemark, Luxemburg und Frankreich stehen noch nicht auf der Liste.

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Das polnische Gesundheitsministerium äußerte sich am Freitag optimistisch, dass sich die Lage bald bessert. „Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der vierten Corona-Welle“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Warschau. Er erwarte eine baldige Trendumkehr zu sinkenden Infektionszahlen. In einzelnen Regionen wie der Wojewodschaft Karpatenvorland im Südosten Polens sei diese Trendumkehr bereits eingetreten.

Insgesamt werden ab Sonntag weltweit wieder mehr als 60 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt. Hinzu kommen acht Virusvariantengebiete in Afrika, für die noch strengere Einreisebeschränkungen gelten. Sie waren wegen der Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in die höchste Risikokategorie eingestuft worden.

Inzidenz wird in Polen nicht erhoben

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist in Polen zuletzt leicht gesunken, nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren es zuletzt rund 19.000 Fälle binnen 24 Stunden. Am Dienstag wurden 526 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die Lage in den Kliniken ist angespannt. In Polen gibt es weder eine 2G- noch eine 3G-Regelung. Die Immpfquote beträgt rund 5 Prozent. 

In der Schweiz gibt es eine Sieben-Tage-Inzidenz von rund rund 500 die Impfquote liegt bei rund 65 Prozent.