Menschen vor der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz. dpa

Einkaufen in Berlin wird wieder leichter. Vom heutigen Freitag an gilt die viel kritisierte 2G-Regel nicht mehr, nach der in vielen Geschäften und Kaufhäusern nur Geimpfte oder Genesene Zutritt hatten. Am Eingang von Modegeschäften, Elektronikmärkten oder Kaufhäusern fallen die Kontrollen weg, das Smartphone mit dem digitalen Impfnachweis kann in der Tasche bleiben. Dafür gilt beim Shoppen eine FFP2-Maskenpflicht.

Auch Museen und andere Kulturstätten ab heute 2 G-Regel zugänglich

Ähnlich hat es der Senat für den Kulturbereich entschieden. In Museen, Galerien und Gedenkstätten ist die 2G-Regel ebenfalls Geschichte. In geschlossenen Räumen müssen Besucher aber eine FFP2-Maske tragen. Die gleiche Regelung gilt im Berliner Zoo inklusive Aquarium, im Tierpark Friedrichsfelde und im Botanischen Garten in Berlin -Lichterfelde.

Lesen Sie auch: „Diese Impfgegner treiben einen Keil in unsere Gesellschaft“>>

Außerdem hat der Senat die 2G-Regel für einige touristische Angebote in geschlossenen Räumen gestrichen. Dazu gehören Stadtrundfahrten, Ausflugsfahrten und Schiffsausflüge. Auch in diesem Fall ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht.

Einzelhandel rechnet nicht mit Run auf Geschäfte

Der deutsche Einzelhandel rechnet trotz des Wegfalls der 2G-Regel nicht unmittelbar mit einem Run auf die Geschäfte. Er gehe zwar davon aus, dass sich die Lage nun normalisiere und „wieder mehr Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Funke Zeitungen vom Freitag. Kauflust und Geld seien vorhanden. „Doch einen Ansturm erwarten wir nicht.“

Auch in Zukunft keine Beschränkungen mehr im Handel?

Genth hofft, dass es auch künftig keine 2G-Auflagen mehr für den Handel geben wird, da diese keinen gesundheitlichen Nutzen in der Pandemie-Bekämpfung bringen. „Unwirksame Maßnahmen wie 2G- Regeln im Handel sollten für immer aus dem Sanitätskasten gestrichen werden“, sagte er den Zeitungen. Der Plan, damit Ungeimpfte zum Impfen zu bringen, sei nicht aufgegangen. „Der hohe wirtschaftliche Schaden im Handel steht keinem gesundheitlichen Nutzen gegenüber.“

Lesen Sie auch: Kati Witt weint und wettert wegen Walijewa: „Man hat sie der Welt zum Fraß vorgeworfen“>>

Der HDE-Chef sagte außerdem, dass der Einzelhandel verstärkt in den Klimaschutz investieren wolle, nicht zuletzt, um die Energiekosten zu senken. „Der Einzelhandel ist mit seinen 300.000 Handelsunternehmen der drittgrößte Energieverbraucher in Deutschland - und entsprechend stark betroffen“, sagte Genth.

Zur Finanzierung einer Klimaoffensive seien jedoch staatliche Hilfen und Anreize notwendig, forderte er. Durch Modernisierungen wie bessere Schaufenster, optimierte Beleuchtung oder Photovoltaik auf Ladendächern könne viel Energie eingespart werden. Denkbar seien etwa ein Sonderabschreibungsprogramm für den Handel in den Innenstädten, das Investitionen fördere, sowie die Befreiung von der EEG-Umla