Astrazeneca ist einer der ersten zugelassenen Corona-Impfstoffe.  Foto: AFP/Tiziana Fabi 

In ersten Berliner Arztpraxen sollen ab sofort Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Von Dienstag an beteiligen sich zunächst etwa 100 Praxen in einem Modellprojekt mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Ab dem zweiten Quartal, also ab April, soll flächendeckend in Arztpraxen geimpft werden, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag im RBB-Inforadio. Die Zahl der Corona-Testzentren steige ab dieser Woche auf 21, sagte Kalayci. Dazu kämen Test-to-go-Stationen von Apotheken und privaten Anbietern, die nun einsteigen würden. Auf diesem Weg seien derzeit 22 000 kostenlose Tests pro Tag möglich. Die Zahl soll aber noch deutlich steigen.

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Derzeit gebe es in Berlin pro Tag 9000 Impfungen in den Impfzentren und von mobilen Teams. Bis zu 20.000 Impfungen seien am Tag möglich, sagte Kalayci. „Trotzdem ist es eine gute Sache, wenn die Hausärzte mithelfen können. (...) Ich höre, dass die Bereitschaft sehr groß ist und viele Hausärzte mithelfen wollen.“ Die Zahl der Praxen werde dann steigen, „und irgendwann werden wir ein System haben, dass das Impfen in den Arztpraxen stattfindet“. Nach der Ankündigung des Bundes steige die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen im zweiten Quartal deutlich.

Berliner Praxen laden Patienten selbstständig ein

Die Kassenärztliche Vereinigung hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass in den Arztpraxen zunächst der Astrazeneca-Impfstoff genutzt wird und weitere Impfstoffe folgen. Wer geimpft wird, entscheide sich nach den Vorgaben der Impfverordnung. Die 100 Modellpraxen laden Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden.

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Auf flächendeckende Corona-Impfungen in Arztpraxen hatten sich die Fachminister am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz geeinigt. Der Impfstoff soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Bis Sonntag wurden 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Das sind drei Prozent der Bevölkerung. 5,2 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Wenn es genug Impfstoff gibt, könnte es nach Modellrechnungen theoretisch gelingen, bis Anfang August einen Impfvollschutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen.