Heckeschneiden ist für viele Leute ein ganz wichtige Angelegenheit. Foto: Imago/photothek

Nicht nur im Internet machen deftige Meldungen die Runde, die Hobbygärtner gehörig verunsichern. Dort ist der 1. März als Stichtag genannt. Danach kann das Schneiden einer Hecke bis zu 10.000 Euro Strafe kosten, heißt es. Andere sprechen von 50.000, wieder andere von 100.000 Euro. Die Summe ist von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich.

Bei manchen regt sich Wut. Am selben Tag wurde in Deutschland erlaubt, sich wieder vom Friseur die Haare schneiden zu lassen, aber die Hecke darf nicht geschnitten werden? Fährt da der obrigkeitliche Staat wieder die harten Geschütze auf? Will das Bundesnaturschutzgesetz mal wieder den Bürgern jeden Spaß verbieten?

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Es geht nicht um Spaß, sondern um eine ernsthafte Sache: den Schutz von Vögeln. Die brüten ab März ihre Eier aus und ziehen die Jungen auf – besonders gern in Nestern in Büschen. Mit der Heckensäge die Kinderstube der Vögel zu zerstören, das wäre so, als würde ein Vermieter kurz nach der Geburt eines Neugeborenen schnell mal das Kinderzimmer samt Babybett abreißen.

Nur kleine Schönheitsschnitte sind erlaubt

Deshalb sind nur die üblichen kleinen Schönheitsschnitte erlaubt, aber von März bis Oktober ist es verboten, solche Hecken komplett abzuholzen. In Berlin gibt es keine feste Obergrenze bei den Strafen. Dort heißt es, dass sich die Strafen nach dem Einkommen richten. Hier kämen hohe Summen nur zustande, wenn Millionäre zu Wiederholungstätern würden. Wenn aber ein unwissender Hobbygärtner einen Fehler macht, bleibt das Ordnungsgeld gering.

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Strafen sind wichtig. Auch Konzerne dürfen ab März nicht einfach Bäume abholzen, um Fabriken zu bauen. Das ist gut und richtig so. Es geht um Respekt für Tiere. Derzeit ist viel von Respekt die Rede. Das gilt auch für die Natur. Denn die Vögel waren schon vor uns auf der Welt, und dass derzeit immer mehr Vogelarten aussterben, ist nicht ihre Schuld, sondern unsere.