Weil Kinos nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern reinlassen dürfen, wird es  in Zukunft noch mehr Autokinos in Berlin geben. Foto: dpa/Jan Woitas

Die Kinos der Stadt haben seit Donnerstag wieder geöffnet. Doch wegen der Corona-Regeln (1,5 Meter Abstand) dürfen sie nur begrenzt Besucher reinlassen. Viele Plätze bleiben weiter frei. Das Kino Colosseum an der Schönhauser Allee hat die Krise nicht überstanden. Und auch andere Lichtspielhäuser kämpfen wegen Corona um die Existenz.

Da wundert es nicht, dass trotz der Lockerungen die Idee vom Autokino nicht vom Tisch ist. Seit Beginn der Krise  haben bis heute die zwölf Bezirke insgesamt 46 Anträge gestellt, um öffentliche Plätze für Autokinos zu nutzen. Zehn Anträge wurden bereits genehmigt. So gibt es auf dem Parkplatz vor dem Olympiastadion schon ein Kino, in das man mit dem Auto kommt.

Das Olympiastadion steht im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, wo auch fast die meisten Anträge gestellt worden sind: 18 an der Zahl. In Tempelhof-Schöneberg wurden mit 21 am meisten Anträge fürs Autokino gestellt. Auch Marzahn-Hellersdorf will die Freiflächen nutzen und reichte vier Anträge ein. In Lichtenberg, Neukölln und Steglitz-Zehlendorf liegt jeweils ein Antrag vor. 

Die Zahlen gab der Senat nach einer parlamentarischen Anfrage der FDP bekannt. Der Fraktionschef der Liberalen, Sebastian Czaja, lobt die Improvisationskunst der Kinobetreiber: „In Anbetracht der noch andauernden Corona-Einschränkungen ist es umso wichtiger, dass sich die Berliner Wirtschaft durch Innovation und Pragmatismus auszeichnet und so mit tollen Ideen selber aus der Krise katapultiert. Hierbei sind nicht zuletzt die Autokinos und Autokonzertinitiativen aufgefallen“, sagt er. 

Bis ein Antrag für ein Autokino durch ist, kann es dauern. In Treptow-Köpenick bis zu sechs Wochen. Diese Verfahren müssen schneller gehen, kritisiert Czaja.