Der Flughafen Berlin-Schönefeld Foto: imago images/Thomas Bartillax

Einen Tag nach dem pannenreichen Start für freiwillige, kostenlose Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten am Flughafen Tegel hat es auch in Schönefeld eine Verschiebung gegeben. Dort sollen sich Passagiere nun erst ab diesem Freitag auf das Virus testen lassen können. Ursprünglich war der Start für Donnerstag geplant.

„Es sind noch technische Vorbereitungen nötig“, sagt Manuela Zingl, Pressesprecherin der Charité, in einem Gespräch mit dem KURIER. Das Universitätsklinikum ist für die Tests zuständig und erhält dabei Hilfe vom landeseigenen Krankenhauskonzern Vivantes. Man habe sich dazu entschlossen, „einen weiteren Tag für die Einrichtung der Teststelle zu nehmen“.

Mit dieser Fristverlängerung will die Charité verhindern, dass es in Schönefeld zu einer Panne kommt wie in Tegel. Dort waren die Verzögerungen mit „Netzwerkproblemen“ begründet wurden. Am Nachmittag war die Havarie behoben, wer wollte, wurde getestet. Sollte die Stelle in Schönefeld am Freitag starten, soll sie wie ihr Pendant in Tegel sieben Tage die Woche von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Corona-Test-Vorgänge für Reiserückkehrer aus Risikogebieten stehen fest

Das Prozedere für das Testen steht dagegen fest: Nach Landung, Gepäckaufnahme und Passkontrolle können sich die Passagiere zur Teststelle begeben. Dort werden ihre Personalien aufgenommen. Anschließend werden sie auf das Coronavirus getestet. Danach sollen sie auf direktem Weg nach Hause fahren und auf das Ergebnis warten. Dieses soll nach rund 48 Stunden eintreffen. Ist das Ergebnis negativ, ist die Quarantäne beendet – ist es positiv, soll sich das automatisch benachrichtigte Gesundheitsamt des Wohnbezirks mit weiteren Instruktionen melden.

In Tegel beginnt das Problem gleich nach der Landung. Kein Schild oder Aufkleber weist den Weg zur Teststelle. Diese eher defensive Informationspolitik steht im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen nach Ende der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern am Freitag vergangener Woche. Die Vorsitzende des Gremiums, Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), sagte in ARD und ZDF: „Wir wollen alle Rückreisenden erreichen.“

Im Moment, so Kalayci, seien die Reisenden „bei Tests zurückhaltend“. Nun solle das Test-Angebot „mehr sein als eine Bitte“, es sei als Aufforderung zu verstehen. Man wolle mit den kostenlosen Tests „den Anreiz erhöhen“. Schließlich sei „weltweit ein sehr dynamisches Infektionsgeschehen“ zu verzeichnen. „Das Einschleppungsrisiko ist sehr hoch.“