dpa/Christophe Gateau
Polizei und Teilnehmer geraten bei einem Feuer am Rande der Revolutionären 1.Mai-Demo aneinander.

Das Wichtigste auf einen Blick!

  • Dichtes Gedränge bei Revolutionärer 1.Mai-Demo mit tausenden Teilnehmern: Aufzug vorzeitig aufgelöst
  • Pyros gezündet, Polizisten verletzt, Aufruf, die Ausgangssperre zu brechen
  • 10.000 Teilnehmende bei #MyGruni-Fahrradkorso
  • 59 Anzeigen wegen Corona-Verstößen auf Demo in Lichtenberg

+++ 1. Mai+++

1. Mai: Der Tag, an dem die Stimmung ins Bodenlose kippte

Heiter hatte dieser Tag der Arbeit begonnen. Tausende beteiligten sich an friedlichen Kundgebungen zum 1. Mai in Zeiten der Pandemie, protestierten gegen steigende Mieten, soziale Ungerechtigkeit und Clubsterben. Zwei große Kundgebungen von Corona-Leugnern in Lichtenberg und von Linksextremen in Neukölln zeigten, wie schmal der Grat zwischen pointierter Meinungsäußerung und destruktiver Gewalt ist. Verletzte Einsatzkräfte, selbst der eigene Versammlungsleiter der Revolutionären 1. Mai-Demo wurde attackiert. Es gab Festnahmen, Polizisten setzten Pfefferspray ein. Sanitäter waren im Einsatz. 8000 Menschen protestierten gegen Rassismus, Kapitalismus, Mietenpolitik. Wichtige Anliegen, doch zurück bleiben die Bilder von brennenden Barrikaden und erbitterten Konfrontationen mit Polizisten, die oftmals selbst von unbezahlbaren Mieten, schmalen Gehältern und rassistischen Ressentiments betroffen sind. Wir danken allen, die diesen Newsblog verfolgt haben und beenden hiermit die Live-Berichterstattung zum 1. Mai in Berlin. JSt

50 Festsetzungen und zweistellige Zahl verletzter Polizisten in Neukölln

Laut vorläufigen Zahlen hat es im Umfeld der Revolutionären 1. Mai-Demo in Berlin-Neukölln rund 50 Festsetzungen von teilnehmenden Personen gegeben sowie laut rbb eine niedrige zweistellige Anzahl von verletzten Polizeikräften. Eine detaillierte Bilanz wird die Berliner Polizeiführung am Sonntag vorlegen.

Tom Schreiber: Linksextremisten und Rechtsextremisten Feinde der Demokratie

Der verfassungsschutz-politische Sprecher der Berliner SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Tom Schreiber, sieht keinen Unterschied bei Linken und Rechten, die Gewalt gegen Polizeikräfte ausüben: Sie seien beide Feinde der Demokratie.

Bundespolizei bilanziert ruhigen Einsatztag

Verkehrte Welt: Die einen Polizisten hatten es am 1. Mai in Berlin mit heftigen Gewalt-Exzessen zu tun, die anderen trabten gemächlich hoch zu Roß. 

Polizist bringt Skater gewaltsam von Sprung über brennende Barrikade ab: Erhitzte Diskussionen im Netz

Ein auf Twitter veröffentlichtes Video zeigt, wie ein Skater Anlauf auf eine brennende Barrikade auf der Sonnenallee nimmt. Ein Polizist rempelt den Skater an und bringt ihn zu Fall.

Das Video löst kontroverse Diskussionen in den sozialen Medien aus. Für die einen ist es ein weiteres Beispiel für Polizeigewalt, die anderen werten die Aktion des Polizisten entgegengesetzt: Er habe dem Skater möglicherweise das Leben gerettet.

Verstöße gegen Ausgangssperre

Die Polizei hatte kurz vor 22 Uhr kommentarlos darauf hingewiesen, dass die Ausgangssperre in Kraft ist. In einer Ankündigung zur Demo war dazu aufgerufen, diese zu brechen. Zahlreiche Personen in Kreuzberg und Neukölln waren auch nach 22 Uhr auf der Straße. Die Polizei ging gegen diese vor.

Polizei setzt Wasserwerfer ein

Obwohl sich die Lage nach Beobachtung unseres Reporters vor Ort beruhigt, will die Polizei nun Wasserwerfer einsetzen. Allerdings nicht gegen Demonstrierende, sondern um Brände zu löschen.

Auch die Feuerwehr ist im Dauereinsatz:

Sonnenallee teilweise wieder geräumt

Neukölln, 21.54 Uhr. Die Sonnenallee ist in Teilen wieder geräumt, Autos kommen immer noch nicht durch. An den Seitenstraße kommt es immer wieder zu Tumulten, Böllerei und Anti-Polizei-Rufen, aber die immer wieder anrückenden Beamten scheinen die Lage allmählich in den Griff zu kriegen.

Revolutionäre 1. Mai-Demo: Versammlungsleiter attackiert, Demo für beendet erklärt

Neukölln, 21.38 Uhr. Die Stimmung bleibt aufgeheizt. Die Polizei drängt immer wieder Demonstrierende zurück, es werden Böller geworfen, Spiegel von parkenden Autos abgetreten. Alles nicht ungewöhnlich für einen 1. Mai, dass die Demo so früh abgebrochen wird und eskaliert, dagegen schon.

Demozug getrennt, Polizeiverstärkung rückt an

Neukölln, 21.22 Uhr. Der Polizei ist es gelungen, die Menge auf der Sonnenallee in zwei Teile zu teilen, auf Höhe der brennenden Barrikade an der Jansastraße. Es rückt Verstärkung mit Blaulicht an. Ein Feuerwehrwagen versucht offenbar, die Barrikaden zu löschen.

Cheerleader singt Polizei „Revolution“ entgegen

Neukölln, 21.17 Uhr. Eine Gruppen Frauen mit Cheerleader-Pom-Poms baut sich unter dem Applaus der Menge vor den Polizisten auf und singt “Revolution!”

Brennende Barrikaden, körperliche Auseinandersetzungen

Neukölln, 21.12 Uhr. In der Sonnenallee Ecke Jansastraße brennt eine große Barrikade. Eine Polizeikette versucht die Menschenmenge auf der Höhe zu trennen. Demonstrierende rufen “Haut ab!” und “Ganz Berlin hasst die Polizei!” Es kam offenbar auch zu körperlichen Auseinandersetzungen, die Stimmung bleibt gespannt.

Angriffe und Brandstiftungen, Steine, Flasche gegen Polizeibeamte: Festnahmen

Neukölln, 20.54 Uhr. Die Lage droht zu eskalieren. In der Sonnenallee Ecke Weichselstraße brennt eine Barrikade, Flaschen fliegen auf nahende Polizeiwagen, Menschen flüchten in Massen und rücken wieder vor. 

Sonnenallee: Barrikaden brennt lichterloh

Polizeitrupps patrouillieren zwischen brennenden Barrikaden in der Sonnenallee, die Menge stimmt Schmähgesänge an.

Rechte „Freedom Parade“ mit „Captain Future“ zieht durch Kreuzberg

Ein kleiner Protestzug unter Beteiligung des Corona-Verharmlosers „Captain Future“ ist am Abend in Kreuzberg unterwegs und mischt sich unter Feiernde an der Admiralsbrücke. Zuvor war „Captain Future“ bei der Coronaleugner-Demo in Lichtenberg aufgetreten.

Revolutionäre 1.Mai-Demo: “Eins, zwei, drei, lasst die Leute frei!”

Neukölln 20.34 Uhr. Mittlerweile setzen sich viele Demonstrierende in die Nebenstraßen ab, während der Hauptzug auf der Sonnenallee steht, wartet und ruft: “Eins, zwei, drei, lasst die Leute frei!”

Abstands- und Maskenpflicht nicht eingehalten: Polizei schließt hinteren Block vom Revolutionärer 1.Mai-Demo aus

Neukölln, 20.33 Uhr: Laut Polizei soll der hintere Teil der Demo trotz mehrmaliger Aufforderung die Abstands- und Maskenpflicht nicht eingehalten haben. „Daher haben wir sie angehalten und vom vorderen Teil abgespalten, der sich an die Vorschriften gehalten hat”, sagt eine Beamtin. Wie es nun weitergehe, sei unklar, der Demozug steht derzeit. Die Revolutionäre 1. Demo wurde offenbar auch von vorne angehalten. “Wir sind eingekesselt und müssen jetzt hier abwarten”, sagt eine Frau mit Mikrofon vom Truck. Die Polizei gehe extrem aggressiv vor.

Die Menge skandiert: “Ganz Berlin hasst die Polizei!”

Neukölln, 20.12 Uhr. Der Zug steht schon eine Weile, jetzt ruft jemand mit Mikro von einem Truck. “Wir bleiben hier stehen, weil die Bullen hinten Genoss:innen abgegriffen haben, die lassen wir nicht zurück.” Leute eilen rückwärts zum Ende der Demo, die Menge skandiert: “Ganz Berlin hasst die Polizei!” Die Gewalt sei von den Beamten ausgegangen, sagt eine Frau am Mikrofon. “Wir bitten die Polizei inständig, sich zu verpissen.”

Sonnenallee: Farbbeutel und Flasche gegen Fassade geworfen

Anwohner applaudieren

Neukölln, 19.50 Uhr. Von den Balkonen applaudieren Anwohner der Sonnenallee für die Proteste.

Pyrorauch und Demo-Klassiker

Neukölln, 19.47 Uhr. Der Zug geht mittlerweile durch die Sonnenallee. Neben Pyrorauch werden Demo-Klassiker skandiert wie “Für die internationale Solidarität!”, aber auch Ansprachen auf Englisch gehalten gegen Diskriminierung und für die Opfer von Hanau.

Revolutionäre 1.Mai-Demo: Nebeltöpfe geworfen, Polizisten bei Böllerwürfen verletzt

Beim Start der Revolutionären 1.Mai-Demo am Hermannplatz ist es laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) zu mehreren Festsetzungen gekommen. Die Polizei twitterte, mehrere Einsatzkräfte seien verletzt worden.

1500 Menschen bei Tanzdemo im Treptower Park

Rund 1500 Menschen sind am Samstagnachmittag im Treptower Park in Berlin zusammengekommen - angemeldet war eine Art Tanzdemonstration. Bei der Veranstaltung im Bezirk Treptow-Köpenick habe die Polizei keine Verstöße gegen die Hygiene-Auflagen festgestellt, sagte ein Sprecher der Polizei. Durch den Park schallte zeitweise laute Musik, auf der Wiese waren tanzende und hüpfende Menschen zu sehen. Angemeldet wurde die Versammlung laut Polizei von „Ecstatic Dance Berlin“.

Gedränge: Revolutionäre 1. Mai-Demo stoppt immer wieder

dpa/Michael Kappeler
Der schwarze Block zeigt sich wie eh und je vermummt.

Neukölln, 19.34 Uhr. Die Demo in der Karl-Marx-Straße stoppt immer wieder, die Polizei weist auf das Einhalten der Abstände hin, was aufgrund der Menschenmassen kaum durchführbar scheint. Derweil ist die Demo der Clubszene mittlerweile beendet.

„Brandeinsatz hat mir der Demo nichts zu tun“

D. Bardow

Neukölln, 19.17 Uhr. In der Sonnenallee ist die Feuerwehr im Einsatz, auch mit einem Leiterwagen. „Es ist ein Brandeinsatz, hat mir der Demo nichts zu tun“, sagt ein Feuerwehrmann. Offenbar ist aber unklar, ob es überhaupt einen Brand gibt, zunächst fand sich wohl keiner, trotz Interesse der Schaulustigen.

„Wir wollten nur mal gucken“

Sabine Gudath
Daniil und Olivia, beide 22 aus Berlin

Neukölln, 18.52 Uhr: Der 1. Mai zieht auch wieder viele Schaulustige an. „Wir wollten nur mal gucken“, sagen Daniil und Olivia, beide 22 Jahre alt. „Es ist ja relativ friedlich - bis jetzt jedenfalls“, sagen sie am Kottbusser Damm stehend, während hinter ihnen ein Polizeitrupp Richtung Hermannplatz marschiert, wo gerade geböllert wird. Ob sie nachher noch an der Demo teilnehmen, wissen die zwei noch nicht. „Es ist schon ungewohnt, so viele Leute auf einmal zu sehen.“ Letztes Jahr seien sie noch nicht hergekommen.

Revolutionäre 1. Mai-Demo mit Tausenden Teilnehmern gestartet

Neukölln, 18.57 Uhr: Jetzt setzt sich der Demozug mit Tausenden Teilnehmern in Bewegung, biegt in die Karl-Marx-Straße ab. Über Sonnenallee, Pannierstraße, Glogauer Straße, Wiener Straße und Oranienstraße soll die Revolutionäre 1. Mai Demo am Oranienplatz enden.

Die Polizei hatte den Demozug losziehen lassen, um das Gedränge rund um den Hermannplatz zu entzerren, wie sie in einem Tweet darlegt:

Tausende gehen trotz Pandemie auf die Straße

5600 Polizisten und allein 10.000 Demonstrierende bei der Sternfahrt zum Grunewalder Villenviertel: Trotz Pandemie waren viele Berlinerinnen und Berliner am 1. Mai unterwegs, um völlig entgegengesetzte Anliegen auf die Straße zu bringen: steigende Mieten, die von der Pandemie bedrohte Clubszene, aber auch die Corona-Maßnahmen der Regierung brachte die Menschen auf die Straße. Unsere Reporter berichten vor Ort von den Demos am 1. Mai in Berlin >>>

Revolutionäre 1. Mai-Demo verzögert sich wegen alkoholisierten Teilnehmern und Demonstranten ohne Maske

Revolutionäre 1. Mai-Demo: Tausende auf Hermannplatz, Ansammlungen rund um den Oranienplatz

dpa/Kay Nietfeld
Tausende Teilnehmer gehen beim Demonstrationszug linker und linksradikaler Gruppen unter dem Motto „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“ von Neukölln nach Kreuzberg.

Die Polizei nennt als letzte Teilnehmerzahl kurz vor 18 Uhr 5000 Demonstrierende. Aber es wirkt eher, als würden 10.000 auf und um den Hermannplatz stehen, fast wie vor Corona-Zeiten. Nur dass die meisten Menschen Maske tragen. Reporter Dominik Bardow berichtet vor Ort: „Rund um den Hermannplatz ist es rappelvoll, tausende mehrheitlich junge Leute stehen in der Abendsonne, die Stimmung ist friedlich“.

Trotz der zahlreichen Absperrungen rund um die Oranienstraße sind viele junge Menschen mit Bier unterwegs. Der Oranienplatz ist der geplante Endpunkt für die Revolutionäre 1. Mai Demo.

Flaschenwurf auf Polizisten: Mann wegen schweren Landfriedensbruch festgenommen

Revolutionäre Demo: Demonstranten füllen Neuköllner Hermannplatz ++ Aufruf, Pyros zu zünden und Ausgangssperre zu brechen

Viele Teilnehmer haben sich zur sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demo auf dem Hermannplatz eingefunden. Der Aufzug will am frühen Abend zum Kreuzberger Oranienplatz. Auf der Homepage der Veranstalter findet sich ein Aufruf, Feuerwerk zu zünden und die Ausgangssperre zu brechen.

10.000 bei #myGruni-Fahrraddemo zu Grunewalder Villen auf der Autobahn

Volkmar Otto
Ein Demonstrant bei der Fahrraddemo am Großen Stern.

Ein Fahrradkorso mit mehr als 10.000 Teilnehmenden ist am Samstagnachmittag unter dem Hashtag #myGruni durch die Hauptstadt gefahren, um für mehr soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren. Die Radler waren am Mittag vom Großen Stern in das Gruneberger Villenviertel gefahren. Ursprünglich waren zur Demo unter dem satirischen Motto "Grunewald noch lahmer legen" 2500 Personen angemeldet.

Protestzug in Lichtenberg: DJ „Captain Future“ spielt „Ein bisschen Sars muss sein“

Der Protestzug gegen die Corona-Maßnahmen mit einigen Hundert Teilnehmenden ist derzeit auf der Frankfurter Allee unterwegs. Wegen Verzögerungen dauert die Demo länger als geplant und wird von Gegenprotesten begleitet. Bei dem DJ auf dem „Freedom Parade“-Wagen handelt es sich offenbar um den szenebekannten „Captain Future“ alias Michael B., der in der Vergangenheit immer wieder mit Party-Protesten im Querdenker-Umfeld aufgefallen ist. KURIER-Reporter Dominik Bardow fiel auf, dass dieser „Ein bisschen Sars muss sein“ gespielt habe – in zynischer Anlehnung an Roberto Blancos Schlager „Ein bisschen Spaß muss sein“.

Pyros gezündet? Rauch auf der A100

Ein User twitterte am späten Nachmittag ein Bild, das Rauch an der A100 zeigt. Offenbar wurden Pyros gezündet.

Polizei zieht Zwischenbilanz: 59 Anzeigen, Verstöße gegen Infektionsschutzgesetz

1000 Polizisten riegeln Regierungsviertel ab - Pferdestaffel vor Schloss Bellevue

15.51 Uhr: Fahrradkorso zieht an den Grunewald-Villen vorbei

Der Fahrradkorso mit tausenden Teilnehmern steuert auf den Johannaplatz in Grunewald zu. Begleitet von Musik fahren die Demonstranten friedlich an den Villenhäusern vorbei. Anwohner Frank-D. Apffelstaedt steht im Garten vor seiner Villa und beobachtet die Kolonne. Er sagt, dass in den letzten Jahren alles friedlich verlaufen sei. Davon geht er auch in diesem Jahr aus. Er würde mit den Demonstranten auch in den Dialog treten und könne ihre Ziele nachvollziehen.

15.46 Uhr: Die ersten Teilnehmer wurden schon von der Polizei abgeführt

Der Protestzug gegen die Corona-Maßnahmen hält in Lichtenberg an der Ecke Siegfriedstr., Rüdigerstr., wenig Gegendemo hier. Es wurden aber schon Teilnehmer von der Polizei abgeführt.

15.10 Uhr: Immer mehr Beleidigungen werden ausgetauscht

Der Protestzug gegen die Corona-Maßnahmen zieht weiter. Zwischen Teilnehmenden und Gegenprotestierenden am Straßenrand werden Beleidigungen ausgetauscht. „Wir stehen alle auf der gleichen Seite!“, behaupten dagegen einige der Corona-Leugner und rufen: „Alle zusammen gegen den Faschismus!“ Der Polizeihubschrauber, der über Berlin kreist, ist auch hier zu hören. Die Polizei versorgt sich schon mit Getränken für den Abend, lädt Apfelschorrle und Mineralwasser aus einem Bulli.

14.19 Uhr: Die Stimmung in Lichtenberg wird langsam aggressiver

Der Protestzug gegen die Corona-Maßnahmen hält für Kundgebungen an der Ecke Normannenstraße/Rudolf-Reusch-Straße, nur ein paar Hundert Meter vom Absperrgitter der Gegendemo entfernt. Ein vermummter Mann hält ein selbst gebasteltes Kreuz hoch, darauf steht „demokratischer Widerstand“, wogegen auch immer, vermutlich die Corona-Politik. Weitere Gegendemonstrierende halten ein Banner hoch, „Kein Platz für rechte Propaganda“. Der DJ im Superhelden-Kostüm stoppt die Musik und brüllt: „Nazis, Nazis, wo sollen denn Nazis sein? Wir sind gegen den Faschismus in der Regierung.“ Und spielt dann „Ein bisschen Spaß muss sein“. Die Stimmung wird aggressiver.

13.55 Uhr: Lichtenbergs Anwohner beobachten den Protestzug

Anwohner und Schaulustige sehen zu, wie der Protestzug gegen die Corona-Politik an der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Ruschestraße vorbei zieht. „Falls Sie die Schnauze voll haben, reihen Sie sich ein“, ruft ein Mann vom Demotruck. Unteressen hält ein einsamer Gegendemonstrant ein Plakat hoch, „Lichtenberg bleibt bunt“, steht dort. Er wird von Teilnehmern der Zuges beschimpft. Das Lied „Maskenlos durch die Nacht“ läuft vom Band. 

Weitere Gegendemonstrierende halten ein Banner hoch, „Kein Platz für rechte Propaganda“. Der DJ im Superhelden-Kostüm stoppt die Musik und brüllt: „Nazis, Nazis, wo sollen denn Nazis sein? Wir sind gegen den Faschismus in der Regierung.“ Und spielt dann „Ein bisschen Spaß muss sein“. Die Stimmung wird aggressiver.

13.51 Uhr. Corona-Leugner in Tiergarten attackiert

Ein Corona-Leugner wird von mehreren Demonstranten zurechtgewiesen und geschubst. Er trägt keine Maske und soll sich von der Demo entfernen. Er zeigt sich uneinsichtig. Die Polizei kann die Gruppe trennen. Währenddessen appelliert Frauke Geldher über Lautsprecher daran, Abstände einzuhalten und Masken zu tragen. Sie spricht von 10.000 Teilnehmern am Tiergarten.

In Lichtenberg heizte sich die Stimmung am frühen Nachmittag langsam auf. Foto: Sabine Gudath

13.47 Uhr: Fragwürdige Mottomusik in Lichtenberg

Auf der „Freedom Parade“ gegen die Corona-Maßnahmen spielen sie „I will survive“ von Gloria Gaynor, einige Menschen tanzen. „Jetzt geht’s los!“, ruft der DJ im Superhelden-Kostüm. Der Protestzug beginnt.

13.29 Uhr: Protestzug gegen Corona-Maßnahmen in Lichtenberg startet verspätet

Der Protestzug gegen die Corona-Maßnahmen zieht wohl erst 14 Uhr los, schätzt die Polizei, die Verstärkung erhalten hat. Angemeldet ist die Demo rund um den Rathauspark bis 16 Uhr. Grund für die Verzögerung seien die zahlreichen Verstöße gegen Hygieneregeln, die man aufnehmen müsse, teilt eine Beamtin mit.

Auch dieser süße Hund durfte mit zur Demo. Foto: Volkmar Otto

13:20 Uhr: Frauke Geldher, Mitorganisatorin der Sternfahrt, erfreut über bisherigen Verlauf

Tiergarten, 13:20 Uhr: Frauke Geldher, Mitorganisatorin der Sternfahrt, sagt: „Die Polizei hatte aufgrund der vielen Teilnehmer ein bisschen Probleme mit der Verkehrsbewältigung unterwegs.“ Ansonsten sei alles „gut verlaufen“. In einigen Minuten startet die Kundgebung an der Siegessäule. „Wir sind bester Dinge, unsere Message mit allen Menschen hier teilen zu können“, so Geldher.

13.13 Uhr: Gegendemonstranten peböbeln Corona-Leugner in Lichtenberg

Auf der anderen Seite des Rathausparks stehen immer noch 200 Gegendemonstrierende und rufen: „Corona-Leugner raus aus den Kiezen.“ Man sei mobil, sagt ein Mann am Mikrofon. „Wenn die Schwurbler loslaufen, werden wir uns ihnen entgegen stellen.“ Die Polizei bewacht die Absperrungen.

12.27 Uhr: Polizei zu gestarteten Kundgebungen: „Bisher alles ruhig in dieser Stadt“

Das Wochenende rund um den 1. Mai hat in Berlin vergleichsweise friedlich begonnen. Samstagvormittag starteten bereits mehrere von gut 20 angemeldeten Kundgebungen in der Hauptstadt, darunter eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund direkt am Brandenburger Tor, an der rund 300 Gewerkschafter teilnahmen. Hinweise auf Zwischenfälle gab es nach Angaben der Berliner Polizei nicht. Das gelte auch für die beiden Fahrraddemonstrationen, zu denen ADFC und Gewerkschaften aufgerufen hatten und die am Vormittag gestartet sind. „Bisher alles ruhig in dieser Stadt“, sagte ein Sprecher der Polizei.

12.45 Uhr Polizei weist Demonstranten auf Maskenpflicht und Abstände hin

Die Polizei weist bereits zum zweiten Mal per Lautsprecher auf Maskenpflicht und Abstände hin. „Lasst euch nicht verunsichern, Leute“, sagt ein Redner vom Truck der sogenannten „Freien Linken“ und fordert die Rücknahme der Corona-Maßnahmen, Deutschland befinde sich im Würgegriff der Konzerne. „Die traditionelle Linke hat versagt, ihr seid die erneuerte Linke.“ Applaus der mittlerweile 250 Anwesenden (laut Polizei-Angaben).

12.15 Uhr: „Freedom Parade“ gegen die Corona-Maßnahmen in Lichtenberg

Teilnehmer der Querdenker-Demonstration in Lichtenberg.

Im Rathauspark sammeln sich 100-200 Teilnehmende an einer „Freedom Parade“ gegen die Corona-Maßnahmen. Die Veranstalter weisen auf Masken und Abstände hin, spielen Antimaskenlieder von einem Truck der sogenannten „Freien Linken“ mit roten Fahnen. „Das sind keine Linken, das sind eigentlich Rechte“, riefen vorhin Gegendemonstrierende einige hundert Meter weiter

11.55 Uhr: Demonstrierende gegen Corona-Leugner in Lichtenberg

An der Möllendorffstraße sammeln sich ca. 100-200 Demonstrierende gegen die Corona-Leugner, hören Punk-Musik und halten Ansprachen vor dem Rathaus Lichtenberg. „Diese Gruppen dort drüben sind abzulehnen“, heißt es mit Blick auf den Rathauspark, wo sich der Protest gegen die Corona-Maßnahmen formiert. Die Polizei trennt beide Lager mit Absperrungen und Kontrollen

11 Uhr, Fahrradsternfahrt zum Grunewalder Villenviertel 

Am Neuköllner Hermannplatz reihen sich am Vormittag mehr Polizisten mit Fahrrädern auf als Demonstranten. Um 11 Uhr brechen rund 30 Fahrräder ins Villenviertel nach Grunewald auf. Die geplante Route der Fahrradsternfahrt macht um 13 Uhr an der Siegessäule zu einer Kundgebung Halt. Dort stoßen weitere Teilnehmer dazu, die am S-Bahnhof Lichtenberg und am Leopoldplatz in Wedding gestartet sind. Gegen 15:30 Uhr will man sich am Johannplatz im Grunewald treffen um die Villenbesitzer „abzuholen und gemeinsam in eine strahlende Zukunft zu fahren“, hieß es vorab im Aufruf zur 1.-Mai-Aktion. 

Frauke Geldher, die anders heißt, ist Aktivistin der Autonomen Szene in Berlin und hat die Fahrradsternfahrt mitorganisiert. Ihre Organisation heißt „Quartiermanagement Grunewald“. „Ich erwarte, dass die ganze Stadt heute in Bewegung kommt, sagte sie dem Berliner KURIER heute Morgen am Hermannplatz. Die ganze Stadt bedeute für sie auch jene Kieze, die normalerweise nicht an politischen Debatten und dem Kulturen leben beteiligt seien. Insbesondere das Grunewalder Villenviertel nimmt sie in die Pflicht. „Ich glaube, dass wir mit den Besitzer: innen im Grunewald in einem Dialog kommen können. Ich habe mit einigen bereits telefoniert. Zum Teil erwarten sie uns mit Freude, zum Teil natürlich auch nicht.“ 

Geldher erwartet mehrere tausend Teilnehmer. Davon ist am Hermannplatz gegen Mittag noch nichts zu sehen. Ein Einsatztrupp der Polizei begleitet die Demonstranten auf dem Fahrrad. „Wir können nicht einschätzen, wie viele es werden, sehen uns aber gut gerüstet“, sagt ein Polizist.

11.20 Uhr Verkehrsinformationszentrale warnt vor Behinderungen

Autofahrer müssen sich wegen Fahrradkorsos und Demonstrationen am Tag der Arbeit auf viele Behinderungen einstellen. Wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte, sollte am Samstag unter anderem eine Fahrradsternfahrt im Wedding, in Neukölln und Lichtenberg zu einer Kundgebung am Großen Stern im Tiergarten starten und danach über die Hofjägerallee, den Lützowplatz, die Budapester und Tauentzienstraße zum Kurfürstendamm rollen.

Nach einem weiteren Zwischenstopp am Rathenauplatz sollte es durch den Grunewald zum Hagenplatz und von dort über die Hermannstraße in Neukölln, die A100 (Stadtring) bis zur Ausfahrt Britzer Damm im Tunnel Ortsteil Britz (TOB) gehen. Während der Fahrt über die Autobahn bleibt die A100 in beiden Richtungen für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Abschlusskundgebung ist an der Kreuzung von Hermann- und Flughafenstraße in Neukölln geplant. Es werden Tausende Teilnehmer erwartet.

Weitere Demonstrationen sind in Neukölln-Kreuzberg und Pankow-Mitte angekündigt. Am Abend sollte es deshalb Verkehrseinschränkungen entlang der Strecke Karl-Marx-Straße, Erkstraße, Sonnenallee, Pannierstraße, Glogauer Straße, Wiener Straße und Oranienstraße bis zum Oranienplatz geben. Es seien weitere Fahrradkorsos, Demonstrationen und Kundgebungen angemeldet, hieß es. Schwerpunkte seien auch da Kreuzberg, Neukölln sowie der Nordosten und Osten der Stadt.

9 Uhr: Mehr als 20 Demonstrationen angemeldet

Am Mai-Feiertag wollen in Berlin tausende Menschen unter Corona-Bedingungen auf die Straße gehen. Mehr als 20 Demonstrationen wurden für den Samstag angemeldet.

Eine Demonstration vom Gewerkschaftsbund DGB am Vormittag in Mitte, ein Protest von Gegnern der Corona-Regeln am Mittag in Lichtenberg, eine Satire- und Spaß-Demonstration am Nachmittag in Grunewald sowie die traditionelle „revolutionäre 1. Mai-Demonstration“ linker und linksradikaler Gruppen am Abend in Neukölln und Kreuzberg sind geplant. Zu diesem Protest werden bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet. Wegen der Abstandsregeln können Demonstrationszüge laut Polizei mehrere Kilometer lang werden. Dementsprechend würden Straßen und Plätze abgesperrt.

Demonstrationen sind von der Ausgangssperre ab 22 Uhr zwar ausgenommen. Wer nicht in einem solchen Aufzug sei, soll von der Polizei zunächst aufgefordert werden, nach Hause zu gehen, hieß es. Polizeisprecher Thilo Cablitz hatte der Deutschen Presse-Agentur vorab gesagt: „Das wird ein sehr besonderer 1. Mai, der uns auch auf die Probe stellen wird.“ (dpa)

+++ 30. April+++

22.40 Uhr: Steinwürfe auf Polizisten: Feministische Demonstration aufgelöst

Ein in Kreuzberg gestarteten Protest feministischer Gruppen gegen Patriarchat und Kapitalismus wurde von den Veranstaltern vorzeitig beendet. Laut Polizei wurde zuvor aus dem Aufzug heraus mit Flaschen, Steinen und Eiern nach Polizisten geworfen. Es seien mit etwa 2000 Teilnehmern auch deutlich mehr gekommen als erwartet. Angemeldet gewesen seien nur einige Hundert.

dpa/Annette Riedl
„It's our period“ steht auf einem der vielen Plakate, die Demonstranten halten. „Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück“ ist das Motto der Demonstration feministischer Gruppen, die in Kreuzberg startete. 

Das Motto der feministischen Gruppen hieß: „Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück“. Der Zug mit vielen dunkel gekleideten Frauen aus dem linken Spektrum wurde auf dem Weg in den Stadtteil Friedrichshain auch vorübergehend gestoppt, weil Pyrotechnik gezündet wurde, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Versammlungsleitung habe ihre Demonstration dann offensichtlich nicht mehr im Griff gehabt und sie wenig später für beendet erklärt. Polizisten seien aber von den Würfen nicht getroffen worden. (dpa)

21.30 Uhr. „Reiche sollen zahlen“: Knapp 1500 Demonstranten protestieren friedlich im Berliner Wedding

Am Vorabend des 1. Mai haben in Berlin-Wedding rund 1500 Menschen friedlich für gesellschaftliche Veränderungen demonstriert. Die Corona-Abstands- und Hygineregeln seien eingehalten worden, teilte die Polizei mit. Sie nannte auch die Teilnehmerzahl. Der Protestzug war am Freitagabend am Leopoldplatz gestartet und endete am S-Bahnhof Gesundbrunnen. Linke und linksradikale Gruppen hatten unter dem Motto «Von der Krise zur Enteignung» zu dem Treffen aufgerufen.

Die Polizei hielt sich weitgehend zurück, Einsatzkräfte liefen am Anfang und Ende der Demonstration, zu der überwiegend junge Menschen gekommen waren. Sie trugen Mund-Nasen-Schutz.

Auf Balkonen und vom Dach eines Eckhauses wurden bengalische Feuer geschwenkt und Rauchtöpfe gezündet, als die Demonstranten vorbeiliefen. Es erscholl laute Musik, Konfetti rieselte herab.

dpa/Bernd Von Jutrczenka
Teilnehmer einer Demonstration linker und linksradikaler Gruppen mit dem Titel „Von der Krise zur Enteignung“ gehen durch Wedding. 

Während der Demonstration wurden zahlreiche Transparente gezeigt. Zu lesen war etwa: „Die Reichen sollen zahlen“, „Wohnraum, Betriebe und Krankenhäuser in unsere Hände“ oder «Obdachlosigkeit beenden“. Laut skandiert wurde auch „Keine Rendite mit der Miete“.

Die Polizei teilte mit, allein am Freitag seien knapp 2000 Einsatzkräfte für die Sicherheit in der Stadt unterwegs. (dpa)

Polizei will Versammlungen bei Verstößen schnell auflösen

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat für das 1.-Mai-Wochenende bei Verstößen gegen die Corona-Regeln eine schnelle Auflösung von Demonstrationen angekündigt. Gewalttätigen Ausschreitungen werde sofort begegnet, sagte Slowik am Freitagmorgen in einem Interview mit dem RBB-Inforadio. „Wir schützen jede Versammlung unabhängig von ihrem Inhalt, wenn sie sich denn an Regeln hält“, ergänzte sie. Wenn sich zum Beispiel Querdenker nicht an Mund-Nasen-Schutz und Abstand hielten, wolle die Polizei bereits in der Ansammlungsphase Versammlungsleitung und auch Teilnehmer ansprechen. Folge keine Reaktion, werde eine Auflösung der Versammlung „schnell und konsequent“ umgesetzt. (dpa)

Demonstrationen bereits am Vorabend des 1. Mai

Die Demonstrationen zum 1. Mai in Berlin beginnen schon an diesem Freitagabend, dem Vorabend des Feiertags. Ab 17.00 Uhr ziehen linke und linksradikale Gruppen durch den Wedding - vom Leopoldplatz vom S-Bahnhof Gesundbrunnen. Die Demonstration trägt den Titel „Von der Krise zur Enteignung“. Bei der Polizei sind 2000 Teilnehmer angemeldet. Am späteren Abend laufen feministische Frauengruppen mit dem Motto „Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück“ durch Kreuzberg.

Am Samstag geht es dann weiter mit einer ganzen Reihe von Demonstrationen: vom Gewerkschaftsbund DGB am Vormittag in Mitte über Gegner von Corona-Regeln mittags in Lichtenberg, eine Satire- und Spaß-Demonstration am Nachmittag in Grunewald bis zur üblichen großen linksradikalen Demonstration am Abend in Neukölln und Kreuzberg.

Die Partys in der Walpurgisnacht und die Straßenfeste fallen allerdings wie schon vor einem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Bei den Demonstrationen müssen alle Teilnehmer Gesichtsmasken tragen und Abstände zu anderen Menschen einhalten. Ab 22.00 Uhr gilt weiterhin die Ausgangssperre.

Lesen Sie auch: Erste Samstagnacht mit Ausgangssperre: So leer waren Berlins Straßen und Parks >> 

Berliner Staatsanwälte stehen am 1. Mai bereit für Haftbefehle

Auch die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt hat sich auf den 1. Mai mit zahlreichen Demonstrationen eingestellt. Mehrere Staatsanwälte stehen an dem Feiertag bereit, um nach Festnahmen rasch gegen Randalierer und Gewalttäter Haftbefehle beantragen zu können, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde sagte.

Die für Staatsschutzdelikte zuständige Abteilung sei auf Demonstrationen vorbereitet, bei denen es zu Straftaten kommen könnte, hieß es. Die Abteilung werde von Kollegen anderer Bereiche unterstützt. In den vergangenen Jahren sei es am 1. Mai wiederholt zu Straftaten wie Landfriedensbruch oder gefährlicher Körperverletzung gekommen. Bereitschafts-Staatsanwälte prüften bei Festnahmen in solchen Fällen, ob eine Untersuchungshaft in Frage komme.

Ab Samstagabend werden laut Anklagebehörde mehrere Staatsanwältinnen und Staatsanwälte im Einsatz sein. Einige seien auch in Bereitschaft und könnten zusätzlich gerufen werden. Am 2. Mai seien dann mehrere Vertreter der Staatsanwaltschaft im Dienst, um am Bereitschaftsgericht am Tempelhofer Damm - wenn erforderlich - Haftbefehle gegen vorläufig festgenommene Personen zu erwirken. (dpa)

Mehr als 5000 Polizisten am 1. Mai in Berlin im Einsatz

Am 1. Mai sind in Berlin vor allem wegen der vielen Demonstrationen mehr als 5000 Polizisten im Einsatz. Diese Zahl beziehe sich auf den Planungsstand von Donnerstag und gelte für den gesamten Feiertag 1. Mai, teilte Polizeisprecher Thilo Cablitz der Deutschen Presse-Agentur mit. Die endgültige Zahl der Einsatzkräfte werde am Samstag feststehen und veröffentlicht. Unter den 5000 Polizisten sind auch viele Unterstützungskräfte aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei. Außerdem technische Einheiten, Mitglieder der Kriminalpolizei, der Verkehrspolizei und von Aufklärungseinheiten.

Lesen Sie auch: Polizei rüstet sich gegen Gewalt-Demos: Notfalls Wasserwerfer gegen „Querdenker“ am 1. Mai >>

Für die Polizei sei der 1. Mai in diesem Jahr eine besondere Herausforderung, weil zu der üblichen großen Demonstration linker Gruppen am Abend in Kreuzberg auch eine Demonstration sogenannter Corona-Querdenker am Nachmittag sowie die nächtliche Ausgangssperre wegen des Corona-Infektionsschutzes käme, hieß es. Zu der linken und linksradikalen „Demonstration zum revolutionären 1. Mai“, die ab 18.00 Uhr vom Hermannplatz in Neukölln zum Oranienplatz in Kreuzberg ziehen will, erwartet die Polizei bis zu 10.000 Teilnehmer. (dpa)